1 Relativer Solipsismus 2 Wirklichkeit und Illusion 3 Programm der Natur 4 Mensch und Individuum 5 Kosmische Lebenserhaltung 6 Theismus und Atheismus 7 Geistiger Pfad Über mich zur I.  Haupt-Schrift zur II. Haupt-Schrift
II.4 Mensch und Individuum Ego-Perspektive.  Der Mensch ist ein Tier im Stadium stabiler Selbst-Reflexion. Die Grenzen zwischen Tier und  Tier/Mensch und Mensch sind fließend. Aber schon vom Ur-Knall an bis heute besteht ein kausales  Kontinuum. Es gibt zwar Ebenen-Wechsel, aber es können keine exakten Grenzen zwischen den  Ebenen festgelegt werden. Es gibt nur Übergangs-Felder wie in den Farben eines Regenbogens. Der  Mensch dieser Welt ist eine Ansammlung von Atomen. Und damit ist er in erster Linie  Materie/Energie. Da sich hinter Materie aber immer arrangierte Information befinden muss, ist der  Mensch vor allem eines: Er ist ein Informations-System, ein Algorithmus, ein Programm. [1]  Der Mensch ist aber ein besonderes Programm. Sein Gehirn ist ein Algorithmus, der eine Ego-  Position, ein Ich-Zentrum, simulieren kann. Gehirne sind selbst-referenzielle Zentral-Programme,  Simulatoren. Aufgrund einer System-Schleife kreisen Menschen nicht nur in sich selbst, sie kreisen  auch um sich selbst. Sie stellen sich also selbst ins Zentrum. Das ist paradox. Es gleicht dem  Überspringen des eigenen Schattens. Ein System kann zwar um ein Zentrum kreisen, aber es kann  nicht um sich selbst kreisen, sonst wäre es selbst das Zentrum. Kreisender und Mittel-Punkt sind ex  definitione nicht identisch. Das System besitzt ein Zentrum, aber es ist kein Zentrum.   Der Mensch kann sich nicht unmittelbar selbst ins Zentrum stellen. Er kann nur die Idee seiner  selbst, sein Selbst-Modell, ins Zentrum stellen. Zu diesem Modell sagt er: Ich. Es muss sich aber kein  Subjekt an dieser Ich-Position befinden. Im Zentrum  steht nur das Selbst-Modell mit einer Ich-Idee  inmitten. Ohne Subjekt kreist das System um ein theoretisches ICH. Es kreist um die Idee: „Ich bin  mein Selbst-Modell.“ Es identifiziert sich mit dem Modell und agiert aus dieser Idee heraus. Das  Gehirn täuscht in seinem Selbst-Bezug dem Menschen ein ICH vor, denn das Ich des Systems ist nicht  das wahre ICH, sondern nur das Ego, die Idee des ICH. Es ist eine programm-interne Position. [2]   Das Ego ist ein Konstrukt des Programms. Es ist der Mittel-Punkt eines selbst-referenziellen Systems. Das Ego ist eine leere Position im Zentrum des Gehirns. Sie hat an sich mit dem Subjekt noch  nichts zu tun. Das Ego ist kein praktisches ICH, sondern ein virtuelles oder theoretisches  „ICH“, Die  Simulation eines Ich, eine Position, die ein Subjekt einnehmen kann. Das menschliche Gehirn erzeugt  theoretisches Bewusstsein. Es stellt die Idee eines ICH als Theorie ins Zentrum des Selbst-Modells  und spinnt aufgrund dieses Ich-Selbst-Modells alle weiteren Prozesse. Sie ergeben sich logisch aus  diesem informationellen Konstrukt. In diesem PROGRAMM-Prozess gibt es nur selbst-referenzielle  Prozesse, Informationen, Ideen, Konzepte, Objekte, aber kein Subjekt. [3]   Das Subjekt an sich ist reiner Beobachter. Es ist Präsenz. Es ist wie eine reine Licht-Quelle, die  Information als Prozess an eine horizontale Leinwand projiziert. Ob diese Information aber projiziert  wird oder nicht, ändert nichts an den theoretischen Prozess-Kausalitäten. Das Subjekt kann in den  Prozess eines Programm-Menschen nicht eingreifen. Es nimmt seine Prozesse nur wahr. Alle Prozesse  des Menschen müssen darum in ihrer Kausalität auch ohne inneres Subjekt ablaufen können. Es muss  genügen, das wahre ICH durch die Idee eines ICH zu ersetzen. So entsteht ein simulierter  Handelnder, dessen Prozess auch durch ein Subjekt/Bewusstsein nicht zu ändern wäre. [4]  Dieser Prozess kann sich nur innerhalb komplexer Informations-Strukturen abspielen. Es ist ein  Spiel mit Ideen. „Wenn es ein Subjekt gäbe, das sich in der Position befände, dann würde es sich  genau so verhalten.“ Aber nur wenn ein Subjekt diese Position auch bezieht, steht praktisch jemand  im Zentrum des Prozesses und erlebt auch diesen Prozess. Er wird über den Prozess auf sich selbst  zurückgeworfen. Hier findet praktische Selbst-Reflexion statt. Das Subjekt reflektiert über den  Umweg des Menschen sich selbst und kommt als Individuum zu Selbst-Erkenntnis. Das Selbst der  Selbst-Referenz ist hier nicht der materielle Mensch, sondern das immaterielle Individuum.  Im Menschen befindet sich eine theoretische ICH-Perspektive, die von einem Subjekt praktisch eingenommen werden kann. Nur auf der höchsten Ebene des PROGRAMMS und auch auf dieser Ebene nur in den hochgradig  selbst-referenziellen Systemen kann sich eine dauerhaft stabile Ego-Position befinden. Da das Gehirn  das komplexeste System im PROGRAMM ist, muss sich diese stabile Ego-Position jedenfalls in einem  Gehirn befinden. Da der Mensch das komplexeste Gehirn besitzt, kann sich diese Ego-Position nur im  menschlichen Gehirn befinden. Inmitten der Prozesse dieses Gehirns, inmitten der Myriaden  feuernder Neuronen eines mega-komplexen Netzwerkes befindet sich das Ego-Zentrum, die Position  und Perspektive, aus der sich ein Individuum seine Welt vorstellt.  Das materielle Gehirn ist aber selbst nur Teil der Vorstellungs-Welt. Es ist die Projektion eines  komplexen, fraktalen Simulator-Programms mit einer Vielzahl von essentiellen Funktionen. Hier  liegt die Schalt-Zentrale mit allen Hebeln und Knöpfen des Menschen. Wissenschaftlich erforschte  Gehirn-Prozesse sind nicht die ursächlichen Prozesse, sondern nur analoge Ausdrucksformen der  Prozesse dieses Steuer-Algorithmus. Das materielle Gehirn ist seine Entsprechung. Das wahre  „Gehirn“ hinter dem materiellen Gehirn ist das Simulator-Programm, in dessen Zentrum das Ego  simuliert wird. Hier liegt das Kern des menschlichen Systems. [5]  Das materielle Gehirn ist die analoge Darstellung eines Simulator-Programms, das in seinem Kern das Ego hervorbringt. Materielle und Geistige Ego-Position. Alle Gehirne müssen im Prinzip gleich funktionieren. Es gibt daher im Prinzip nur ein einziges  Gehirn, das in vielfacher Ausfertigung ausgeführt ist. Im Menschen bringt es ein simuliertes ICH  hervor. Ein System mit diesem Programm muss immer noch Sklave seines Grund-Prinzips sein. Sein  Aktions-Vektor zeigt nach außen. Aber er zeigt über den Umweg der Innen-Welt nach außen. Das  System will immer noch Fortschritt, aber es stellt sich selbst ins Zentrum seiner Aktivitäten. Es geht  ihm um seinen Platz im Fortschritt, letztlich also um den eigenen Fortschritt. Diesem Programm geht  es hinter seinen Aktionen immer um sich selbst. Ein Programm ist ex definitione berechnend.  Auch das Gehirn muss dem Dual-Prinzip folgen. Es tritt daher immer als positiv und negativ  gepolte Ego-Programme auf. Auf der einen Seite stehen die sogenannten konstruktiven, lichten  Menschen. Sie dienen ihrem übergeordneten System, seinen Gesetzen und Regeln. Auf der anderen  Seite stehen die destruktiven, dunklen Menschen. Sie wenden sich gegen das System und brechen  seine Regeln. Es ist das "Spiel von Gut und Böse". Im Kern beider Programme geht es aber immer nur  um das eigene Selbst-Modell. Jede Aktion ist von internen Bedürfnissen motiviert. Auch wenn sie dem  Ganzen dient, befriedigt sie doch primär ein Bedürfnis des Einzelnen.  Das Gehirn-Programm ist das zentrale Programm im Menschen. Es ist zu vollkommen selbst-bezüglich. Die Ego-Position ist die Ausgangs-Position für ein Individuum. Dieser Punkt ist die Variable X in  der ansonsten mit Konstanten belegten, menschlichen Formel. Ein Individuum begibt sich geistig an  diese Position und belegt die Variable mit seiner essentiellen Information, seiner geistigen “Genetik”,  womit eine Welt mit persönlichen Nuancen in der Vorstellung entsteht. Von diesem virtuellen Punkt  im Gehirn aus bezieht das Individuum alles auf sich selbst. Gerade dieser ständige Selbst-Bezug ist  die Grundlage für sein Bewusstsein. Wenn keinerlei Bezugnahme auf sich selbst vorhanden wäre,  gäbe es auch kein Subjekt. Ein Subjekt muss sich immer seines Seins bewusst sein.  Den stärksten Selbstbezug findet das Individuum in seinem materiellen Körper, denn dieser  Körper ist die analoge Vorstellung, die sich das Individuum von sich selbst macht. Der Körper ist die  Manifestation des Individuums in seiner Vorstellungs-Welt, sein Avatar. Mit diesem Körper  identifiziert sich das Individuum exklusiv und erkennt nicht seine wahre, immaterielle Natur.  Inmitten dieser Unkenntnis befindet sich die materielle Ego-Position als Ausgangs-Position des  Weges als Mensch. Aus dieser materiell definierten Position heraus gibt es nur die materielle Welt.  Das Individuum weiß hier nichts von den Hintergründen seines Daseins.  Das materielle Ego ist die Variable in der menschlichen Gleichung. Es ist der Einstiegs-Punkt für das Individuum. Wenn sich das Individuum in der materiellen Ego-Position befindet, dann ist es in tiefer Trance  und aufgrund seines materialistischen Weltbildes letztlich orientierungslos, perspektivenlos und  selbstvergessen. Seine Zukunfts-Perspektive ist unausweichlich der Tod. Diese Position induziert eine  aussichtslose Lage. Sie wird aber nur von limitierenden Glaubenssätzen definiert. Der Kern dieser  Glaubenssätze ist der Glaube an die Subjekt-Unabhängigkeit des Objekts und damit an die objektive  Existenz der Außen-Welt. Dieser Glaube macht den Menschen der Masse aus. Alle weiteren  Glaubenssätze scharen sich rund um diese Glaubens-Position herum.  Das Individuum befindet sich aber inmitten eines selbst-bezüglichen Prozesses, der es in letzter  Konsequenz zu sich selbst zurückführen muss: Selbst-Erkenntnis. Das Individuum verlässt die  materielle Ego-Position und nimmt die geistige Ego-Position ein, die Position des Wissens. Und aus  dieser geistigen Variante der Ego-Position sieht die Welt völlig gleich und doch ganz anders aus. Das  Individuum erkennt, dass sein Körper nur ein Vorstellungs-Körper ist. Es war sich seiner selbst nur  als dieser Körper bewusst, nun erkennt es sich selbst als Träger dieses Körpers. Das ist der luzide  Bewusstseinszustand, relative Wachheit inmitten der Vorstellung. [6]  Luzidität ist unmittelbare Rückbezüglichkeit des Individuums. Im materiellen Ego kann diese  Ebene niemals erreicht werden. Hier kann das Individuum nur über sich selbst als materieller  Mensch reflektieren, ein gesundes Ego aufbauen oder zerstören. Wo der Reflexionsprozess als  materieller Mensch aufhört, beginnt der Prozess als Individuum. Es ist der zweite Zyklus im  Menschen. Im ersten Zyklus wird das Individuum ein reifer Mensch mit ausgewogener Psyche. Im  zweiten Zyklus bezieht sich der Prozess aber auf das Individuum selbst. Es kommt hier nicht als  materieller Mensch, sondern als immaterielles Individuum zu sich. Er erlangt Klarheit.   Luzidität ist der ultimative Zustand in der Vorstellungs-Welt. Das Individuum ist relativ wach inmitten seiner Vorstellungen. Involution und Evolution. Zwischen der materiellen und der geistigen Ego-Position liegt der Geistige Weg. Dieser vertikale  Weg ist die archetypische Reise des Helden, die in Mythen und Legenden horizontal-gleichnishaft  erzählt wird. Diese mythologischen Geschichten sind symbolische, materielle Ausdrucksformen eines  in Wahrheit Geistigen Weges. Es ist der Weg der Befreiung. Über diesen Geistigen Weg kommt das  Individuum aus der tiefen Trance langsam zu sich. Es wird von seinem Programm, das es anfänglich  ins materielle Ego zieht und dort Jahre lang festhält, letztlich zum Geistigen Ego geführt. Das  Individuum wickelt sich aus seinen unwahren Glaubenssätzen heraus. Es evolviert.  Das ist die wahre Bedeutung von Evolution. Ohne Subjekt gibt es keine Evolution, sondern nur  eine Geschichte. Ohne Subjekt hat sich niemand involviert, der sich evolvieren könnte. Evolution und  Involution bedingen einander. Involution ist der Prozess, der das Subjekt in die Vorstellungs-Welt  zieht und dort in der limitieren Weltsicht des materiellen Egos verwickelt. Evolution kehrt diesen  Prozess an einem Umkehr-Punkt um. Sie drückt das Subjekt aus seiner limitierten Position heraus  und in die Geistige Ego-Position hinein, die eine neue, umgedrehte Weltsicht beschert. Der  limitierenden Ver-wicklung folgt die befreiende Ent-wicklung. [7]  Involution verwickelt das Subjekt in seine Vorstellungen. Evolution wickelt es aus diesen Vorstellungen wieder heraus. Die Geistige Ego-Position liegt aber immer noch in der Vorstellungs-Welt. Luzidität ist nicht  ultima ratio der Evolution. Das eigentliche Ziel liegt in der Wirklichkeit jenseits des großen Abgrunds.  Es ist das Erwachen in die Wirklichkeit. Die materielle Evolution ist hier abgeschlossen. Das  Individuum lässt seine Vorstellungs-Welt zurück. Es gibt die Identifikation mit seiner materiellen  Hülle auf. Es verlässt sowohl materielles als auch Geistiges Ego, da es jede Perspektive auf eine  Außen-Welt verliert. Das Individuum muss sich in der Wirklichkeit zwangsläufig in einem völlig  anderen Daseins-Zustand befinden, denn es ist der immaterielle Zustand der Wachheit.  Das Subjekt kommt aus der Wirklichkeit über Involution in die Vorstellungs-Welt und es kehrt  als bewusstes Individuum aus dieser Vorstellungs-Welt über Evolution wieder zurück in die  Wirklichkeit. So schließt sich der Kreis von Involution und Evolution. Aus einem Subjekt wird in der  Materie ein verwickeltes Individuum, das sich über den Geistigen Weg seiner wahren Natur bewusst  wird und aus der Materie wieder herauswickelt. Es braucht keine materielle Welt mehr für seine  Selbst-Definition und Selbst-Reflexion, denn es identifiziert sich unmittelbar mit sich selbst. Der  materielle Körper wird wie ein Traum-Körper absorbiert. Er hat seine Aufgabe erfüllt.  Am Ende des materiellen Prozesses steht das Erwachen in die Wirklichkeit. Sie ist das Ziel des Individuums in der Vorstellungs-Welt. Sinn und Zweck der Vorstellungs-Welten liegt in der Stabilisierung des bewussten Individuums. Der materielle Mensch ist das Gefäß, in welchen dieser Prozess vonstatten geht. Der Prozess findet seinen Höhepunkt im Fallenlassen der materiellen Hülle und der Geistigen Geburt in die Wirklichkeit. [1] Das Programm des Menschen liegt in seinem Genom. Hier liegt der Plan für Körper, Sinne, Gehirn  und alle essentiellen Persönlichkeitsmerkmale. Es ist ein komplexer Algorithmus, der in seinem  logischen Ablauf den Menschen strukturiert. Da dieser Algorithmus eingebettet in ein größeres  Programm läuft, entsteht der Mensch letztlich aus dem Wechselspiel von Genom und Umwelt. Der  Mensch ist ein programm-interner Faktor. Seine Wurzel liegt in den zwei Eltern-Programmen, aus  deren individuellem Arrangement der Mensch hervorgeht.  Es muss zwischen den Begriffen „Individuum“ und „Mensch“ unterschieden werden. Das Individuum  ist Subjekt mit individueller Information (Essenz, Erfahrung). Es ist eine bewusste, lebendige,  immaterielle Wesenheit. Der Mensch hingegen ist ein unbewusstes Programm, aufgrund dessen sich  das Individuum materiell manifestiert. Der Mensch ist als materieller Körper die Inkarnation, die  Fleischwerdung des Individuums. Er ist der Avatar der virtuellen Welt. Er ist das Gefäß. Im ganzen  Prozess geht es nicht um den materiellen Menschen, sondern um das menschliche Individuum.   [2] Das Selbst-Modell ist die Idee des Systems über sich selbst. Das Informations-System erzeugt  durch seine Rückbezüglichkeit in sich einen Repräsentanten seiner selbst. Es setzt sich als dieses  Selbst-Modell zu seiner Umwelt in Bezug und zieht eine Grenze zwischen Selbst und Nicht-Selbst,  zwischen Repräsentant (Ich) und Umwelt (Nicht-Ich). Hier wird das Ego geboren. Hier begreift sich  das Informations-System erstmals als von anderen Systemen abgegrenzt und unterschiedlich. Diese  Grenze mag anfangs noch diffus sein, erhält im Prozess aber seine Definition.  Der Schritt zum Ego erfolgt etwa im 3. Lebensjahr des Menschen. Davor begreift das Kind seine  Umwelt in verschiedenen Graden noch als sich selbst. Aber mit der Geburt des Egos wird es zu einem  Ich. Das Selbst-Bild ist eingegrenzt, aber noch diffus, das Ego instabil.  Es stabilisiert sich in Graden  und ist ca. im 6. Lebensjahr stabil. Ab hier setzt enormes Informations-Wachstum über die Welt ein,  die Schule. Mit ca. 20 Jahren ist das Gehirn voll ausgereift, das Selbst-Modell ist das relativ definierte  Selbst-Bild eines Erwachsenen. Der Mensch ist bereit für seine Aufgabe.  [3] Für diese ICH-Idee ist Bewusstsein kein Muss. Sie taucht infolge der Kausalitäten ganz natürlich  auf. Sobald sich ein System sich selbst zuwendet, entsteht ein Selbst-Modell. Das System erkennt sich  selbst als dieses Modell. Zusammen mit dem Selbst-Modell taucht die ICH-Idee auf, denn das System  betrachtet das Selbst-Modell als sein Ich. Der Begriff Ich bedeutet nur, dass sich das System mit  seinem Selbst-Modell identifiziert. Es ist eine Etikette, die das System an sein Selbst-Modell heftet  und dazu sagt: „Das bin Ich.“ Es ist eine Idee über eine Idee.  Wenn das Programm nach seinem Ich forscht, wird es keines finden können. Es wird erkennen, dass  sich in seinem Zentrum eigentlich niemand befindet. Es befindet sich dort nur die Idee von einem  ICH, der Glauben an ein ICH. Es erkennt das Ich als Konstrukt, als Objekt. Damit bricht für das  Programm seine zentrale Illusion zusammen. Dieser Zustand der Selbst-Enttarnung wird oft als  „Erleuchtung“ bezeichnet. Das Ich wird als bloße Idee entlarvt. Das System erkennt seine praktische  Zentrumslosigkeit. Es gibt in Wahrheit keinen Handelnden, sondern nur Handlung.  Dieser Zustand ist der höchste Zustand des reinen Programm-Menschen, die Selbst-Erkenntnis einer  virtuellen Figur. Es wird nicht nur aus der Ego-Position, sondern auch auch über die Ego-Position  reflektiert. Es ist ultimative Selbst-Reflexion, denn Rückbezüglichkeit aus dem Zentrum auf das  Zentrum ist das Maximum an Erreichbarkeit Diese reine Programm-Rückbezüglichkeit ist aber nur  destruktiv. Es wird die Ich-Illusion zerstört, aber keine höhere Ebene erklommen. Der Prozess führt  nirgendwo hin. Das Programm hat sich in einem letzten Kurzschluss nur selbst enttarnt.  [4] Es kann empirisch nicht feststellbar sein, ob sich in einem anderen Menschen ein Subjekt  befindet, denn das Subjekt besitzt keinerlei Einfluss auf die horizontalen Prozesse. Alle Prozesse sind  reine Informations-Prozesse. Alles ist Information, die mit Information interagiert und gewisse  Reaktionen innerhalb der Information auslöst. Ob aber ein Subjekt diese Reaktion auch von innen  heraus wahrnimmt bzw. erlebt, kann aus der Reaktion nicht abgeleitet werden. Das Subjekt ist nur  Wahrnehmender von interagierenden Informationen. Die Welt ist für das Subjekt wie ein Film.  Das Ego ist das programm-interne Äquivalent zum Subjekt. Ein Mensch kann aus der Perspektive des  Egos Erfahrungen sammeln. Er ist ein Ich mit einem individuellen Informations-Komplex, mit  welchen der Mensch sich identifiziert. Der Mensch besitzt somit alles, um ihn so handeln zu lassen,  wie er eben handelt - auch ohne Bewusstsein. Wenn statt dem Subjekt die Idee eines Subjekts gesetzt  wird, genannt Ego, ergeben sich daraus dieselben Schlüsse. Der Inhalt der Schlüsse ist aber nicht  echt. Er ist nur die Idee des Echten. Ohne Subjekt wäre es Simulation.  Ein Mensch ohne Subjekt könnte in keiner echten Vorstellungs-Welt leben. Vorstellung impliziert ein  Subjekt. Wenn an der Prämisse das Subjekt aber von der Ich-Idee ersetzt wird, wird die echte  Vorstellung zu einer Idee von einer Vorstellung, echte Materie wird zur Idee von Materie.  Ob diese  Ideen tatsächlich materiell verwirklicht sind, ändert nichts an ihrem Inhalt. Die Idee beinhaltet alle  Eigenschaften, die auch die Vorstellung beinhaltet. Informationell besteht kein Unterschied. Ein  Mensch ohne internes Subjekt würde in einer rein virtuellen Welt leben, eine Simulation von A bis Z.   [5] Im Gehirn muss auch ein Decodierungs-Programm laufen, das abstrakte Information in  praktikable Information umwandelt, sodass sie unmittelbar vorstellt werden kann. Wenn Information  von diesem Programm verarbeitet wird, dann wird aus ihr noch keine Schwingung, aber die  Schwingung wird codiert. Amplitude/Wellenlänge werden festgelegt. Es erfolgt eine theoretische  Analogisierung. Dieses Gehirn ist der theoretische „Schöpfer“ der bekannten Welt. Es ist der  programminterne „Dolmetscher“ bzw. Interpret des PROGRAMMS.   [6] Im Prozess des Zusichkommens aus der tiefen Trance markiert Luzidität einen Meilenstein. Hier  löst das Individuum erstmals seine Identifikation vom Vorstellungs-Körper und "berührt sich selbst".  Es findet sich selbst in all den Vorstellungen als denjenigen, der diese Vorstellungen besitzt. Dies hat  nichts mit Ekstase und Verzückung zu tun, sondern mit purer Selbst-Klarheit. Am Anfang berührt das  Individuum nur den Saum seiner selbst. Diese Selbst-Klarheit kann aber unterschiedliche Grade der  Intensität besitzen.  Luzidität ist ein relativer Zustand.  Wer diesen Zustand kennt, weiß, wovon hier geschrieben wird. Es führt kein kontinuierlicher,  horizontaler Weg an diese geistige Ego-Position. Das Individuum kippt vertikal hinein. Es ist ein  Erschrecken, ein Erstaunen. Das Individuum kann aber auch wieder herauskippen. Auch diese  Position muss sich erst stabilisieren. Dieser Zustand ist dem luziden Zustand im Traum sehr ähnlich.  Es geschieht im Prinzip dasselbe: Das Individuum kommt inmitten seiner Vorstellungen zu sich. Es  tritt innerlich einen Schritt zurück, wird sich selbst unterhalb der Maske bewusst.  [7] Involution beginnt mit der Geburt als Mensch. Vor der Geburt kann es noch kein Ego geben. Die  Bestandteile des Systems werden erst gebaut, arrangiert und beginnen ihr Zusammenspiel.  Erst mit  der Geburt gibt es ein abgetrenntes, voll funktionsfähiges, relativ eigenständiges System. Dieses  Neugeborene ist in der Wirklichkeit ein Programm. In dieses Programm wird ein Subjekt, ein  geistiger Funke, mit essentieller Information verlagert. Das menschliche Programm ist gleichsam eine  befruchtungsfähige Ei-Zelle, in welche eine geistige Samenzelle verlagert wird.  Damit wird der Involutions-Prozess ausgelöst. Das Individuum spannt seine Vorstellungs-Blase auf.  Seine Welt muss zu Beginn noch eine diffuse Welt sein, Schwingungen, unklare Empfindungen. Die  Welt kann am Anfang noch nicht so solide wie im Stadium des erwachsenen Menschen sein. Die  Strukturiertheit und Solidität bildet sich erst im weiteren Prozess der Informations-Verarbeitung  heraus. Energie verdichtet sich in der Vorstellung graduell zu solider Materie. Das Individuum  manifestiert seine Welt in den ersten 2 Lebens-Jahren.  Das Ego muss in diesem Stadium noch ein ausgedehntes Feld sein, eine Vorstufe des Egos. Die  Grenzen der Identifikation sind verschwommen. Dieses Feld kontrahiert sukzessive, bis es im 3.  Lebensjahr sein Minimum erreicht hat. Das Ego entsteht. Das Individuum identifiziert sich exklusiv  mit seinen Vorstellungen. Im zweiten Stadium der Involution wird das Individuum als Mensch in die  Welt involviert. Es lernt ihre Wege kennen, wird zu einem erwachsenen Menschen erzogen. Evolution   kehrt diesen Prozess um 180° um. An diesem Umkehr-Punkt beginnt der Geistige Weg.  Es wird unterstellt, dass die ersten 2 Lebensjahre genauso lange dauern, wie 2 Jahre für einen  Erwachsenen dauern. Da es aber keine objektive Zeit gibt, dauern Zeitspannen in verschiedenen  Bewusstseins-Zuständen unterschiedlich lange. Es gibt variierende Zeit-Dilatationen. In den ersten 2  Jahren besitzt das Individuum noch kein bzw. nur rudimentäres Zeit-Verständnis. Aus der Sicht des  Individuums im Menschen müssen diese ersten 2 Jahre rasant vergehen. Es ist wie ein Fall in den  materiellen Traum. der sich verlangsamt, bis sich das Individuum im Ego „einhakt“. 
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