I.2 Gesetz der Logik Klassische Logik. Logik bedeutet Widerspruchsfreiheit! Im Sein kann es Widerspruch nicht geben, denn ein  quadratischer Kreis kann nicht sein. Das Dasein muss daher von Logik beherrscht sein. Wer an der  Logik zweifelt, glaubt an das Dasein von Dreiecken mit vier Seiten. Logik ist das fundamentale Prinzip  im Kosmos. Wahre Aussagen über das Dasein müssen immer widerspruchsfrei sein. Es ist der  Widerspruch, der den Lügner entlarvt. Lügengebäude stehen stets auf einem Fundament aus  unvereinbaren, also widersinnigen Aussagen. Wahrheit aber ist widerspruchsfrei und darum logisch,  sinnvoll, folgerichtig und nachvollziehbar. Darum ist Logik das Instrument der Wahrheitsfindung.   Der Kosmos ist ein Prozess. Logik ist sein Kausal-Gesetz. Es ist das Ursache/Wirkungs-Prinzip,  das Funktions-Prinzip von Prozessen. Ein widersprüchlicher Prozess wäre nicht funktionsfähig, denn  ein Ereignis führte nicht zwingend zum nächsten. Es bestünde eine undefinierte Lücke, wo der  Prozess nicht weiter kann. Logik aber führt zu einem reibungslosen Ablauf, einer kausalen  Kettenreaktion, weil sich die Prozess-Faktoren natürlich auseinander ergeben. Der Prozess läuft rund  in seine Richtung, denn das Gesetz der Logik informiert ihn über diese Richtung. Ein Prozess kann  nur eine logische Richtung nehmen. Unlogik, dh ein interner Widerpruch, bringt ihn zum Erliegen. [1]  Der geistige Weg ist als Teil des Kosmos ein Prozess. Er muss somit ein logischer Weg sein. Die  Schritte dieses Weges bestehen im Ziehen von logischen Schlüssen. Es gibt viele kleine Schlüsse, die  zu größeren Schlüssen führen bis hin zu Meilensteinen auf dem Weg. Aber jeder logische Schluss  funktioniert nach demselben Kausal-Prinzip: Der Schluss ist die Wirkung von hinter ihm liegenden  Ur-Sachen. Diese Ursachen sind seine Prämissen. Aus diesen Prämissen ergibt sich zwingend der  Schluss als kausale Wirkung. Er wird mit anderen Schlüssen wieder zu  Prämissen, die zu weiteren  Schlüssen führen – bis sich ein holistisches Bild ergibt.   Logik nimmt keine Rücksicht auf das individuelle Subjekt. Sie berücksichtigt nur das Subjekt als  solches und die Tatsache, dass jedes Subjekt seine eigene Perspektive besitzt. Sie erhebt sich aber über  das Individuelle dieser Perspektive, womit sie losgelöst und unbeeinflusst von individuellen  Bezogenheiten ist. Herkunft, Alter, Konditionierung, Ziele, Vorlieben, Abneigungen sind relative,  variable Faktoren. Da diese Faktoren keinen Einfluss auf die Logik nehmen, ist das Gesetz der Logik  über-individuell, konstant und somit objektiv. Es ist für jeden, überall und immer im Kosmos gleich.  Logik muss ein unveränderlicher, kosmischer Faktor sein. [2]   Es gibt keine Widersprüche im Sein. Wahre Aussagen über das Dasein müssen widerspruchsfrei sein. Logik ist das fundamentale Prinzip im Kosmos. Klassische Logik ist die Mutter aller Sub-Logiken. Aus ihr entspringen sämtliche Sub-Systeme der  Logik. Klassische Logik ist Ur-Logik. Alle Sub-Logiken funktionieren nur innerhalb ihrer eigenen  Systeme mit ihren relativen Fragestellungen und Bedingungen. Diese Sub-Logiken können aber alle  an ihrer Wurzel auf die Klassische Logik zurückgeführt werden. Klassische Logik durchdringt alle  Systeme. Sie vermeidet Widersprüche innerhalb aller Systeme, ansonsten sie nicht funktionieren  würden. Jedes System kann nur mit Klassischer Logik überprüft werden. Nur Klassische Logik kann  für die Frage nach der Wahrheit relevant sein. [3]  4 Axiome der Klassischen Logik:  1. Zweiwertigkeit: Der Inhalt einer Aussage kann nur entweder wahr oder unwahr sein. [4]  2. Satz vom Widerspruch: Zwei einander widersprechende Inhalte von Aussagen können nicht  beide wahr sein.   3. Satz vom ausgeschlossenen Dritten: Entweder der Inhalt einer Aussage oder das absolute  Gegenteil dieses Inhalts ist wahr. Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht.  4. Satz vom Grund: Jede Aussage muss einen Grund haben, aus dem ihr Inhalt wahr oder  unwahr ist. Ohne Begründung wären wahr und unwahr nicht unterscheidbar.   Auf der Grundlage der Axiome kann der Haupt-Satz der Logik formuliert werden:  Logische Schlüsse aus inhaltlich wahren Prämissen sind inhaltlich wahr!  1. Prämisse: A ist größer als B.   2. Prämisse: B ist größer als C.   Konklusion: A ist größer als C.  Diesem Schluss und ähnlichen Schlüssen ist nicht zu entkommen. Der Inhalt eines logischen  Schlusses kann nur dann unwahr sein, wenn die Unwahrheit in den Prämissen liegt. Der Schluss ist  dann zwar richtig, aber der Inhalt ist trotzdem unwahr, weil er von Unwahrheit ausgeht. Dies hat aber  nichts mit der Gültigkeit der Logik zu tun, sondern mit Information. Logik ist nur das Prinzip der  Informationsverarbeitung. Sie hat nichts mit der Information selbst zu tun, sondern sie trägt die  Information nur innerhalb ihrer Gesetzmäßigkeit weiter. In der Logik selbst kann also niemals der  Grund für die inhaltliche Unwahrheit eines Schlusses liegen.  Es ist daher von essentieller Wichtigkeit, überhaupt erst wahre Prämissen zu finden. Ohne  unanzweifelbar wahre Prämissen würde auch die Gültigkeit der Logik nicht helfen, denn die  Anzweifelbarkeit der Prämissen macht auch den Schluss anzweifelbar. Man könnte nicht wissen, ob  der Inhalt des Schlusses nun wahr oder unwahr ist. Unanzweifelbar wahre Prämissen können nur  Wissen a priori sein, Wissen, das sich aus der Logik selbst ergibt. Die uneingeschränkte Gültigkeit der  Logik als Grundlage aller funktionierender Prozesse/Schlüsse im Kosmos ist somit die erste  unanzweifelbare Prämisse am Anfang aller Betrachtungen. Sie ist das Fundament. [5]   Haupt-Satz der Logik: Logische Schlüsse aus inhaltlich wahren Prämissen sind inhaltlich wahr. Diese 1. Ur-Prämisse ist Wissen a priori. Logik und Zufall.  Wer die uneingeschränkte Gültigkeit der Logik im Kosmos verneint, der verneint damit auch die  100%ige Gültigkeit des Kausal-Gesetzes. Wer diese 100%ige Gültigkeit verneint, muss damit aber  notgedrungen den absoluten Zufall bejahen, denn nur dieser absolute Zufall könnte das kausale Netz  zerreißen. Absoluter Zufall ist Akausalität! Unlogik! Absurdität! Dann gilt: Ein logischer Schluss aus  wahren Prämissen muss nicht unbedingt wahr sein. Wenn er aber nicht wahr wäre, stellte sich die  Frage: Was ist der Grund? Es könnte keine logische Begründung geben. Wenn es aber keine logische  Begründung gibt, dann wäre der Schluss zufällig unwahr.  Argumente gegen die Richtigkeit einer Ableitung ziehen nicht die Logik selbst in Zweifel, sondern  die Anwendung der Logik. Ein logischer Fehler wird aufgezeigt. Dies ist legitim. Wenn aber weder in  den Prämissen noch im Schluss ein inhaltlicher oder logischer Fehler aufgezeigt werden kann? Was  wäre Schuld an der inhaltlichen Unwahrheit des Schlusses? Nichts. Es wäre absoluter Zufall. Es wären  dann aber auch jene logischen Schlüsse, die wahr sind, zufällig wahr, denn sie könnten ja auch zufällig  unwahr sein. Absoluter Zufall ist nicht berechenbar. Wenn er nicht auftritt, ist das ebenso zufällig.  Absoluter Zufall würde alles beliebig machen. Es wäre auf nichts Verlass. [6]  Die Verneinung der uneingeschränkten Gültigkeit der Logik erzwingt die Bejahung des absoluten Zufalls. Wenn der Inhalt eines logischen Schlusses aus wahren Prämissen zufällig wahr oder unwahr sein  könnte, wäre Wahrheit unbeständig, denn sie könnte beliebig wechseln. Wahrheit ist aber ex  definitione beständig. Wenn es absoluten Zufall gäbe, dann könnte es keine objektive Information  geben. Die Aussage: „Es gibt keine Wahrheit“, ist aber widersprüchlich, weil sie selbst Wahrheit  postuliert. Die Aussage: „Es gibt absoluten Zufall“, ist aber ebenfalls widersprüchlich. Wenn es  absoluten Zufall gibt, kann das nicht als Wahrheit behauptet werden, weil der Zufall ebendiese  Wahrheit ausschließt. „Es gibt Wahrheit.“ Nur diese Aussage ist nicht widersprüchlich.   Wenn kein Viereck ein Kreis ist und alle Quadrate Vierecke sind, dann ist kein Quadrat ein Kreis.  Wenn alle Menschen sterblich sind und Sokrates ein Mensch ist, dann ist Sokrates sterblich. Wenn A  von B abhängt und B von C, dann hängt A von C ab. Diese logischen Schlüsse sind immer wahr, wenn  ihre Prämissen wahr sind. Wenn Logik nicht uneingeschränkte Gültgkeit im Kosmos besitzen würde,  dann könnten diese Schlüsse aber auch unwahr sein. Es könnte A von B und B von C abhängen, aber A  könnte trotzdem zufälligerweise von C unabhängig sein. A könnte von C zufälligerweise aber auch  abhängig sein. Was wäre die Wahrheit? Es gäbe keine Wahrheit.   Es muss Wahrheit geben. Ergo: Es kann keinen absoluten Zufall geben. 1. Wer gegen die uneingeschränkte Gültigkeit der Logik argumentiert, argumentiert damit für den  absoluten Zufall, denn Logik und absoluter Zufall sind Gegensätze. Absoluter Zufall steht ex  definitione außerhalb jeder Kausalität. Er ist keine Wirkung. Er besitzt keine Ursache. Darum kann es  für ihn keinen Grund geben. Der absolute Zufall ist unbegründbar. Es kann kein schlüssiges Argument  für den absoluten Zufall sprechen, weil jede Begründung dem absoluten Zufall widerspricht. Wer für  den absoluten Zufall argumentiert, stellt sich naturgemäß gegen die Logik. Wer sich gegen die Logik  stellt, postuliert naturgemäß ein absolutes Paradoxon. [7]  2. Wer an der uneingeschränkten Gültigkeit der Logik zweifelt, möge einen sinnvollen, somit  schlüssigen Grund dafür nennen. Sobald er einen Grund nennt, argumentiert er aber bereits mit Logik  und widerspricht sich selbst. Er verwendet selbst das Instrument, gegen das er sich wendet und  entzieht sich damit seine Argumentationsgrundlage. Er untermauert seinen Zweifel mit Logik, indem  er zeigen möchte, dass Logik nichts untermauern kann. Er argumentiert also gegen sein eigenes  Argument. Wer mit dem argumentiert, gegen das er argumentiert, widerspricht sich notgedrungen  selbst. Wer sich selbst widerspricht, verhält sich notgedrungen absurd.   Es gibt keinen Grund für das Dasein eines absoluten Zufalls. Absoluter Zufall wäre ein beliebiges, grundloses, sinnloses Ereignis. Er würde das kausale  Netzwerk des Kosmos willkürlich zerreißen, die Logik aufheben und Chaos in die Ordnung bringen.  Dieses Ereignis stünde außerhalb jeglichen Kontexts. Von woher sollte dieser Zu-fall kommen? Von  woher fällt das Ereignis zu? Es müsste von außerhalb der relativen Kausalität kommen. Aus dem  Absoluten kann aber nichts kommen. Es besitzt ex definitione keine Wirkung. Ein Ereignis kann  somit nur kausal von innerhalb des Kosmos zufallen. Dann ist es aber kein absoluter, sondern nur ein  relativer Zufall, eine Schein-Akausalität in der Perspektive. [8]  Logik ist nicht nur ein Denk-Prozess des Subjekts, sondern das kosmische Kausal-Prinzip der  Informationsverarbeitung. Logik ist die abstrakte Matrix, entlang welcher der Kosmos sich ausrichtet  und organisiert. Das Gesetz der Logik ist die Grundlage des Kosmos. Auf diesem Gesetz basieren  sämtliche Gesetze. Es hält das Gleichgewicht in allen Gleichungen. Es trennt/verbindet Subjekt und  Objekt. Es gewährt die Welt-Ordnung. Es ist das Prinzip, das alles in einen sinnvollen Kontext stellt  und zusammenhält. Ereignisse bauen aufeinander auf. Der Kosmos ist ein Prozess. Er muss in sich  logisch sein, sonst könnte er nicht funktionieren.  Kein Teil-Prozess des Kosmos kann autonom laufen. In seinem Umfeld befinden sich viele  Faktoren,  die dem einzelnen Prozess seine akausale und damit unberechenbare Note geben. Wenn  der Kosmos aber als Gesamt-Prozess begriffen wird, als Summe aller Kausalitäten, dann kann nichts  „außerhalb“ seiner selbst in ihn eingreifen. „Außerhalb“ wäre nur das Absolute, das alle Prozesse und  Kausalitäten transzendiert. Es kann keinerlei Einfluss ausüben. Aus ihm können keinerlei Wirkungen  kommen. Der Kosmos muss darum logisch autonom sein. Alles muss kausal verknüpft sein.  Nichts  kann unabhängig vom Ganzen bestehen. Das Ganze umfasst a l l e s.   Absoluter Zufall ist eine Unmöglichkeit.   Der Kosmos ist ein kausales Netzwerk. Entscheidungsfreiheit und freier Wille. Es kann keinen freien und damit unabhängigen Faktor im Kosmos geben. Alles im Kosmos ist  kausal verknüpft. Alles hängt zusammen. Alles hat Ursachen hinter sich. Nichts geschieht aus  absolutem Zufall. Jedes Ereignis ist somit das Produkt einer kausalen Kettenreaktion. Jede  Entscheidung und jeder Wille ist ein erzwungenes, inneres Ereignis, welchem das Individuum nicht  entkommen konnte. Aus diesem Grunde kann es weder freie Entscheidungen noch freien Willen  geben. Da das Individuum aber seine inneren Parameter nicht vollständig überblicken kann, wird es  sich in seinem „blinden Fleck“ immer relativ frei bei seinen Entscheidungen fühlen.  Eine wirklich freie Entscheidung müsste außerhalb des Kausal-Gesetzes fallen, sonst wäre sie  kausal erzwungen. Es wäre somit eine absolute Zufalls-Entscheidung. Aber selbst unter Einbeziehung  des absoluten Zufalls wäre damit nichts gewonnen, denn eine Zufallsentscheidung wäre keine  Entscheidung des Individuums, sondern des Zufalls. Das Individuum hätte diese Entscheidung also  gar nicht getroffen, weil sie nicht seinen inneren Befindlichkeiten entsprungen wäre. Es hätte mit  einer Zufalls-Entscheidung nichts zu tun. Sowohl im Determinismus als auch im Indeterminismus ist  eine freie Entscheidung des Individuums ausgeschlossen.  Freiheit von Entscheidung und Wille erscheint nur aus der Limitierung einer subjektiven Perspektive. Der Diskussion um freien Willen/Entscheidungsfreiheit muss eine klare Unterscheidung  zwischen absoluter und relativer Freiheit zugrunde liegen. In einem kausalen Netzwerk kann es keine  absolute Freiheit geben. Es kann nur relative Freiheit geben, „Freiheit dem Anschein nach“. Wie der  relative Zufall kann auch sie nur in Relation von zwei Ebenen zu Stande kommen. Wenn ein  Individuum in einen Prozess eingreift, der aus seiner Sicht außerhalb seiner selbst liegt, dann sind  seine Wirkungen auf den externen Prozess nicht aus diesem Prozess alleine heraus erklärbar. Das  Individuum besitzt also relative Freiheit innerhalb des externen Prozesses.  Es gilt dasselbe Gleichnis wie für relative Zufälle: Wenn ein Spieler ein PC-Spiel spielt, dann ist  die Spiel-Welt ein Prozess, der sich vom inneren Prozess des Spielers unterscheidet. In diesem Spiel  gilt das Kausal-Gesetz. Es ist grundsätzlich ein deterministischer Prozess. Allerdings werden die  Entscheidungen des in diese Welt eingreifenden Spielers nicht von dieser Welt determiniert.  Innerhalb der Parameter dieser Welt kann der Spieler frei navigieren und Entscheidungen treffen.  Dies ist aber relative Freiheit, die nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass die Entscheidungen des  Spielers dennoch innerlich im Spieler kausal getroffen werden.   Ebenso verhält es sich mit Handlungen und Entscheidungen, die das Individuum in der  Alltagswelt trifft. Die Außen-Welt gleicht dabei der Programm-Welt. Solange diese Außen-Welt keinen  unmittelbaren Zwang auf das Individuum ausübt, hat es relative Freiheit in seiner Welt. Darum  besitzt das Individuum auch das Empfinden von Freiheit und Entscheidungsmöglichkeit, wenn es  keinen externen, kausalen Zwängen unterliegt. Allerdings wird es seine internen, kausalen Zwänge  niemals loswerden, weshalb seine Freiheit nur eine relative Freiheit sein kann. Sie besteht nur in  Relation von äußerer Welt und innerer Wirklichkeit.  Relative Freiheit entsteht in Relation von zwei relativen Ebenen in Wechselwirkung. Es ist eine subjektive Schein-Freiheit. Die Tatsache der Schein-Entscheidungsfreiheit, des mangelnden freien Willens, mag zunächst  befremdlich wirken. Bei genauer Betrachtung kann es aber gar nicht anders sein. Wenn das  Individuum handelt, dann kann es nur so handeln, wie es ihm selbst entspricht. Was soll das  Individuum anderes ausdrücken und verwirklichen, als sich selbst? Vorausgesetzt, es bestehen keine  externen Zwänge, die das Individuum einschränken, kann sich das Individuum aufgrund seiner  internen Befindlichkeiten entfalten. Was kann das Individuum aber mehr als den ungehemmten  Selbst-Ausdruck begehren? Das ist das Verständnis von Freiheit eines Individuums.  Andererseits hat das Individuum aber natürlich keine Kontrolle darüber, wer oder was es ist. Es  ist so, wie es ist. Auf dieser Basis drückt es sich aus und entfaltet sich. Es kann sich nicht frei  entscheiden, ein anderes Indivdiuum zu sein. Das Individuum muss es selbst sein. Wenn es sich  entscheidet, sich selbst zu verändern, dann trifft es diese Entscheidung auf der Basis dessen, wie es  gegenwärtig ist. Es drückt sich in jeder Entscheidung selbst aus. Es kann sich selbst niemals  entkommen. Darin besteht die unausweichliche Unfreiheit eines Individuums. Seine Entscheidungen  sind objektiv determiniert, obwohl es sich subjektiv frei dabei fühlt.  Das Individuum wäre nur frei, wenn es frei von sich selbst wäre. Dann wäre es aber kein Individuum mehr. Horizontale und Holistische Logik.  Jeder Prozess muss logisch ablaufen, sonst könnte er nicht ablaufen. Es gibt aber  Handlungsabläufe, die inhaltlich durchaus unlogisch sein können, beispielsweise in einem Film oder  Traum. Diese inhaltliche Unlogik ist aber logisch erklärbar, wenn man sie nicht getrennt vom  größeren Kontext betrachtet. Es muss der Schöpfer dieses Inhalts miteinbezogen werden, der für die  inhaltliche Unlogik verantwortlich ist. Es gibt Ursachen, die im Schriftsteller oder Träumer liegen, der  diese inhaltliche Unlogik geschaffen hat. Auch Verhaltensweisen von Menschen können inhaltlich  unlogisch sein. Dennoch haben sie logische Ursachen hinter sich. [9]  In der Quanten-Physik scheint es akausale Elemente zu geben, die nicht berechenbar sind. Sie  stehen scheinbar außerhalb der Logik. Es wird hier aber nur der isolierte Prozess wahrgenommen und  festgestellt, dass sich das Verhalten der Objekte auf subatomarer Ebene nicht vollständig mit  horizontalen Kausalbeziehungen auf dieser Ebene erklären lässt. Diese scheinbare Unlogik ergibt sich  aber nur aus der mangelnden Miteinbeziehung des Beobachters/der Messung. Da der Einfluss der  Störung des Prozesses in die Berechnungen nicht miteinfließt, entstehen scheinbar absolute Zufälle.  Es können in Wahrheit aber nur die relativen Zu-fälle des Kosmos sein.   „Zufälligkeiten“ eines Prozesses ergeben sich nur, wenn der Prozess aus dem größeren Kontext gerissen wird. Es ist essentiell wichtig, zwischen rein horizontaler (wissenschaftlicher) und holistischer  (philosophischer) Logik zu unterscheiden! Horizontale Logik ist jene Logik, die ausschließlich die  Kausalbeziehungen zwischen Objekten einer Ebene beschreibt. Sie behandelt das Geflecht von  Ursachen und Wirkungen, das kausale Netzwerk, in welches jedes Objekt eingebunden ist.  Wissenschaft arbeitet ausschließlich mit horizontaler Logik. Sie exkludiert das Subjekt aus ihren  Betrachtungen. Darum wird der vertikale Einfluss, den das beobachtende Individuum auf die  Handlungsstränge hat, nicht einbezogen. Horizontale Logik ist unvollständig.  Holistische Logik beinhaltet auch vertikale Logik, die zwischen Subjekt und den Objekten besteht.  Horizontale Kausalbeziehungen zwischen Objekten werden nicht annulliert, sondern Holistische  Logik inkludiert das Subjekt logisch in ihre Betrachtungen, da das Subjekt aus dem Kosmos nicht  entfernt werden kann. Holistische Logik erkennt, dass Subjekt und Objekt eine Einheit bilden und  darum nicht getrennt werden können. Horizontale Logik exkludiert aber gerade das Subjekt, wodurch  Paradoxa entstehen, wie beispielsweise die Paradoxa von Zenon, die bis in alle Ewigkeit auf eine  wissenschaftliche/horizontale Lösung warten werden. [10]     Isoliert von anderen Prozessen betrachtet, besitzt jeder Prozess ein akausales Element, denn es  greift immer etwas Prozessfremdes von außerhalb dieses Prozesses in ihn ein. Jeder Prozess reagiert  horizontal und vertikal sensibel auf sein Umfeld. Horizontal reagiert jedes Objekt auf andere Objekte  seiner Ebene. Vertikal reagiert jedes Objekt auf das es wahrnehmende Individuum. Es ist somit ein  komplexes Zusammenspiel von horizontalen und vertikalen Ursachen. Erst wenn Horizontalität und  Vertikalität in einen Prozess miteinbezogen werden, entsteht ein holistisches Bild, das den Prozess in  seiner Gesamtheit umfassend erklären kann. Aus Einseitigkeit wird Gleichgewicht.   Horizontale Logik exkludiert das Subjekt aus ihren Betrachtungen. Holistische Logik inkludiert das Subjekt in ein vollkommenes Bild. [1] Jedes System, jeder Organismus, Körper, Motor vollzieht seinen logischen Prozess. Sein Prozess ist  eine kausale Ketten-Reaktion. Wenn ein Glied entfernt wird, dann hält der Prozess an. Es fehlt ein  logisch notwendiges Element. Der Prozess kann erst weiterlaufen, wenn die Lücke durch ein logisches  Glied wieder geschlossen wird. Dann ist die kausale Kette wieder hergestellt. Wenn also von  Prozessen gesprochen wird, dann ist Logik immer impliziert. Logik ist das Gesetz der Prozesse. Wenn  ein Prozess gegen dieses Gesetz verstößt, kann er nicht funktionieren.  Das Fehlen eines logischen Gliedes kann auch im Bestehen eines unlogischen Gliedes liegen. Es  befindet sich ein unauflösbarer Widerspruch im Prozess. Der Algorithmus ist absurd. Er kann nicht  funktionieren, weil er eine absolut paradoxe Handlungs-Anweisung enthält. Der Anweisung, einen  quadratischen Kreis zu produzieren, kann kein Prozess nachkommen. Der Prozess muss stoppen.  Error. Weiterlaufen bedeutet Selbstzerstörung. Prozesse müssen daher in sich widerspruchsfrei sein,  sonst ist kein funktioneller Ablauf möglich.  [2] Insofern ist Logik mit Mathematik verwandt. Der Mathematik ist es ebenfalls völlig gleichgültig,  wer sie betreibt, wo sie betrieben wird und wann sie betrieben wird. Sie ist allgemeingültig und  objektiv. 1 + 1 ist immer 2; die Wurzel aus 9 ist immer 3; die Winkelsumme jedes Dreiecks ist immer  gleich; das Verhältnis von Umfang und Durchmesser eines Kreises ist immer Pi. All diese Aussagen  haben nichts mit demjenigen zu tun, der Mathematik betreibt. Sie sind losgelöst von individuellen  Befindlichkeiten. Es sind daher objektive Aussagen.   [3] Nichtklassische Systeme der Logik sind beispielsweise mehrwertige Logik, intuitionistische Logik  und parakonsistente Logik. Diese Systeme bauen aber alle auf Klassischer Logik auf. Sie werden mit  Klassischer Logik begründet. Sie sind darum keine klassisch unlogischen Systeme, sondern vielmehr  Sub-Systeme im System der Klassischen Logik. Sie gelten nur für spezielle Fragestellungen unter  veränderten Rahmenbedingungen. Sie haben für ihren relativen Bereich ihre Gültigkeit, bringen für  die Suche nach der Wahrheit aber relativ wenig. Auch mit ihnen wird man keinen quadratischen Kreis  zeichnen, auf einer geraden Linie krumm schreiben, oder eine Drehtüre zuschlagen können.  1. In der mehrwertigen Logik gibt es nicht nur zwei, sondern auch drei (oder mehr) Wahrheitswerte  (Pseudo-Wahrheitswerte). Hier wird zB eine Aussage über die Zukunft getroffen: „Morgen wird es  regnen.“ Diese Aussage hat drei Wahrheitswerte: wahr, unwahr und – da die Wahrheit im Augenblick  noch nicht feststeht – kontingent möglich. Dennoch: Letztlich wird sich die Aussage als wahr oder  unwahr herausstellen. Darüber kann auch die mehrwertige Logik nicht hinwegtäuschen. Nur unter  der speziellen Rahmenbedingung, dass hier eine Aussage über die Zukunft getroffen wird, entsteht  scheinbar ein dritter Wahrheitswert.  2. In der intuitionistischen Logik wird der Satz vom ausgeschlossenen Dritten umgangen. Hier gibt es  zB statt: A ist wahr, oder: A ist nicht wahr, A ist bewiesen, oder: A ist widerlegt. Darum gibt es hier  auch noch die Möglichkeit, dass A weder bewiesen noch widerlegt ist, denn es gibt Aussagen die  (zurzeit) weder bewiesen noch widerlegt sind und Aussagen, die niemals bewiesen oder widerlegt  werden können. Es gibt also noch ein Drittes, das nicht ausgeschlossen ist. Aber auch dieses System  funktioniert nur unter den veränderten Rahmenbedingungen. Wenn es um Wahrheit oder  Unwahrheit geht, gilt immer noch der Satz vom ausgeschlossenen Dritten.  3. Die parakonsistente Logik gibt den Anspruch auf, dass eine Aussage entweder wahr oder unwahr  ist. Es gibt hier Aussagen, die wahr und unwahr oder weder wahr noch unwahr sind. Es geht um  absolute Paradoxa: „Dieser Satz ist unwahr“ oder das Lügner-Paradoxon. Es geht also um extreme  Randprobleme der Sprache und Meta-Sprache. Logik beschäftigt sich hier mit Unlogik. Aber: Gewisse  Aussagen machen eben einfach keinen Sinn, weil sie widersprüchlich sind. Auch innerhalb der  parakonsistenten Logik fungiert Klassische Logik als begründende Argumentationsbasis. Ohne sie  wäre die Widersprüchlichkeit einer Aussage gar nicht erkennbar.  [4] Wenn eine Aussage gleichzeitig wahr und unwahr wäre, gäbe es einen logischen Widerspruch. Ein  logisches System, das einen Widerspruch beinhaltet, ist aber unbrauchbar, weil sich in einem  widersprüchlichen System jede Aussage als wahr herleiten ließe. Aus einer gleichzeitig wahren und  unwahren Prämisse können einander widersprechende Schlüsse abgeleitet werden. Wenn A  gleichzeitig wahr und unwahr ist, dann kann aus A X hergeleitet, aber auch Y hergeleitet werden,  obwohl X und Y einander widersprechen. Damit wäre alles beweisbar. Es gäbe damit auch  gegensätzliches Wissen. Aber nur Glaubensinhalte können widersprüchlich sein, nicht Wissen.  [5] Uneingeschränkte Gültigkeit der Logik bedeutet uneingeschränkte Gültigkeit innerhalb der  Relativität des Kosmos. Das Absolute transzendiert die Relativität ex definitione total. Hier gibt es  keine Prozesse und darum auch keine Logik, weil die Logik das Funktionsprinzip von Prozessen ist.  Hier gibt es aber auch keine Unlogik, da auch Unlogik nur im Zusammenhang mit den Inhalten von  Prozessen denkbar wäre. Das Absolute hat weder mit Logik noch mit Unlogik zu tun.  [6] Absoluter Zufall könnte auch nicht auf ein Gebiet begrenzt werden, womit er dann nur innerhalb  gewisser Grenzen auftreten könnte. Absoluter Zufall ließe sich nicht kontrollieren, sonst wäre er nicht  zufällig. Absoluter Zufall ist unkontrollierbar. Kontrolle kann nur über Kausalitäten ausgeübt werden.  Es werden Ursachen gesetzt, die begrenzende Wirkung haben. Absoluter Zufall stünde aber außerhalb  von Kausalitäten. Er könnte überall und jederzeit auftreten. Er träte weder gesetzmäßig auf, noch  gesetzmäßig nicht auf. Er träte auf, wo und wann es ihm beliebt.   [7] Ein Schein-Argument gegen die uneingeschränkte Gültigkeit der Logik könnte die Aussage sein,  dass Logik selbst nur ein subjektives Konstrukt sei und damit seine Aussagekraft nur bedingte  Gültigkeit besäße. Dieses Argument ist aber nur teilweise wahr. Wahr ist, dass die Logik ein  subjektives Konstrukt ist. Der gesamte Kosmos ist ein subjektives Konstrukt. Wenn es kein Subjekt  gibt, gibt es auch kein Objekt. Ohne Objekt gibt es keinen Kosmos. Ohne Kosmos gibt es keine  Prozesse. Ohne Prozesse gibt es auch keine Logik, denn Logik ist das Prinzip der Prozesse.  Ergo: Wenn es kein Subjekt gibt, gibt es auch keine Logik. Auch eine logische Aussage wird von einem  Subjekt getroffen. Insofern ist jede Aussage subjektiv. Wenn aber keine individuellen Eigenheiten des  Subjekts in diese Aussage einfließen, gilt sie für alle Subjekte gleichermaßen. Sie gilt aus jeder  individuellen Perspektive. Sie ist über-individuell. Sie vereint in ihrer Objektivität alle Subjekte. Logik  ist ein über-persönliches Prinzip, das in Bezug auf alle Subjekte objektiv ist. Sie ist das abstrakte  Konstrukt, das allen subjektiven Prozessen inhärent ist.  [8] Der relative Zufall ergibt sich aus der Relation von zwei Ebenen in Wechselwirkung. Die Zufälle  auf sub-atomarer Ebene sind relativ, weil die Ursachen der Ereignisse nicht alleine auf sub-atomarer  Ebene liegen, sondern auch auf der Ebene des Beobachters/der Messung. Auch in einem PC-Spiel  erscheinen die Eingriffe des Spielers als relative Zufälle im Spiel. Sie können aus der Spiel-Ebene  alleine heraus nicht erklärt werden, denn das Spiel trägt nur die Impulse des Spielers weiter. Die  Impulse fallen zu aus der Wirklichkeit. Das ist relativer Zu-Fall. Es ist der einzig mögliche Zufall.  [9] Es muss zwischen Information und Logik streng unterschieden werden. Information kann  unlogischen Inhalt haben, aber der dahinter stehende Prozess, der zu diesem Inhalt geführt hat, ist  immer logisch. Es können zwar unlogische Schlüsse gezogen werden und man möchte meinen, dass es  somit unlogische Prozesse gibt, da das Ziehen von Schlüssen ja ein Prozess ist. Aber:  In Wahrheit scheint dieser Prozess nur aus dem Kontext dessen gerissen, der den Schluss zieht,  unlogisch. Wenn man seine innere Befindlichkeit inkludiert, kann logisch erklärt werden, warum er  diesen unlogischen Schluss gezogen hat. Wo immer etwas unlogisch erscheint, da erscheint nur ein  partielles Bild. Es fehlt der Kontext, der das Bild vollkommen macht.  [10] Gleichnis: Horizontale Logik betrifft nur die Kausal-Beziehungen innerhalb der Film-Handlung  im Kino auf der Leinwand. Hier läuft die Geschichte. Hier liegt der Fokus der Aufmerksamkeit.  Vertikale Logik richtet ihre Aufmerksamkeit auf den Projektor im Hintergrund und erkennt die  Beziehung zwischen ihm und den Bildern auf der Leinwand. Sie gibt der zweidimensionalen Logik  ihre Tiefen-Dimension. Erst durch diese Holistische Logik ergibt sich das Gesamt-Bild. Erst hier wird  der wahre Hintergrund der Erscheinungen aufgedeckt.  
1 Philosophie und Wahrheit 2 Gesetz der Logik 3 Wissen und Beweise 4 Bewusstsein 5 Subjekt und Objekt 6 Paradoxa von Zenon 7 Grenzen der Wissenschaft Über mich zur I.  Haupt-Schrift zur II. Haupt-Schrift Anfang Kontakt
2 Gesetz der Logik