I.1 Philosophie und Wahrheit Philosophie. Es besteht ein gewichtiger Unterschied zwischen Kern-Philosophie und Peripher-Philosophie.  Peripher-Philosophie beschäftigt sich mit Ethik und Moral. Sie steht Soziologie, Juristerei und Politik  relativ nahe, ist es doch ihr Anliegen, die Grundlagen für ein reibungsloses, gesellschaftliches  Zusammenleben darzulegen. Peripher-Philosophie geht es um die Praxis des Menschen in der  materiellen Welt. Sie ist die Philosophie des Alltags, deren Ziel das Wohlbefinden und Überleben der  Gesellschaft darstellt. Ihre Antworten müssen dem Kollektiv im Alltag von Nutzen sein, sonst sind sie  nutzlos. Die Fragestellungen von Peripher-Philosophie sind daher gesellschafts-pragmatisch. [1]  Kern-Philosophie ist nur an den Kern-Fragen über das eigene Dasein und den Kosmos  interessiert. Ihr geht es um Wahrheit. Ihr geht es um das Durchbrechen von Erkenntnis-Schranken.  Ihr geht es darum, hinter die Kulissen der Welt zu blicken. Gibt es Wahrheit? Gibt es Wissen? Gibt es  Beweise? Woher kommt die Welt? Woher kommt Bewusstsein? Gibt es Zufälle? Wohin steuert  Evolution? Was ist der Sinn des individuellen Lebens? Und letztlich die Frage  aller Fragen: Wer bin  ich? Aus diesen Fragestellungen wird bereits ersichtlich, dass nur Kern-Philosophie tief in die  Mysterien des Daseins eintaucht. Sie geht zum Grund aller Dinge.    Kern-Philosophie ist die Suche nach Wahrheit. Wer nicht nach Wahrheit sucht, sucht nicht nach  dem großen Bild, sondern verliert sich in Teilbereichen des Bildes. Er will sein Leben, das Leben der  Gesellschaft, vielleicht die ganze Welt verbessern. Er appelliert an Gewissen, Moral und Ethik. Er mag  ein kluger Kopf sein, der viel vom Inhalt der Handlung versteht. Aber ein Philosoph im Kern ist er  nicht. Er strebt nicht nach letzter Wahrheit. Aber nur diese Suche ist der Kern-Weg der Philosophie.  Die Frage: Wer bin ich? muss eine zentrale Frage sein. Es geht weder um Ethik, noch Moral, noch  Weltverbesserung. Es geht um Selbst-Erkenntnis. [2]  Kern-Philosophie ist Ur-Philosophie. Ihr Ziel ist Selbst-Erkenntnis. Philosophie ist eine abstrakte Disziplin, kühl, nüchtern, unpersönlich, objektiv, losgelöst. Sie ist  unbeeindruckt von Emotionen, Sehnsüchten, Ängsten, Hoffnungen, Träumen. Ihre Grundlage ist die  Logik. In der Philosophie wird mit Symbolen nach dem Gesetz der Logik gerechnet und erkannt, was  unter dem Strich herauskommt. Ihre Symbole sind Begriffe für logisch notwendige Faktoren des  Daseins. Die scharfe Definition dieser Begriffe ist essentiell, ansonsten der Philosoph wie ein  Mathematiker wäre, der ungenaue Zahlen verwendet. Das Ergebnis wäre jedenfalls unscharf und  damit nicht korrekt. Unscharfe Definitionen sind ein philosophisches Verbot. [3]  Die in der Philosophie verwendeten Begriffe sind keine willkürlichen Begriffe. Es sind duale  Begriffs-Paare, die gemeinsam ein Ganzes ergeben. Sie bilden eine Einheit. Wenn es den einen Begriff  gibt, dann muss es notgedrungen auch immer den anderen Begriff geben, denn der eine Begriff stellt  immer den Hintergrund dar, von dem sich der andere Begriff erst abheben kann. Ein Begriff definiert  den anderen Begriff, grenzt ihn also ab. Darum bedingen die Begriffe einander: Absolut-Relativ,  Objektivität-Subjektivität, Wahrheit-Lüge, Wirklichkeit-Illusion, Logik-Zufall, Wissen-Glauben,  Frage-Antwort, Zwang-Freiheit, Ursache-Wirkung, etc.   Philosophie versucht kosmische Zusammenhänge zu verstehen und zu beweisen. Spekulationen  haben in der Philosophie nichts verloren. Philosophie sucht nach Aussagen, die für jedes Subjekt,  überall und zu jeder Zeit gleichermaßen in seiner Welt zutreffen müssen. Solche Aussagen sind  allgemeingültig und somit objektiv. Sie sind Wahrheit. Sie sind unabhängig vom individuellen  Blickwinkel und damit unveränderlich. Das Ziel der Philosophie ist das Aufdecken dieser  allgemeingültigen Aussagen - und der Philosophie ist es gleichgültig, ob die Konsequenzen nun  gefallen oder nicht, ob sie angenehm oder unangenehm sind.  Philosophie rechnet mit dualen Begriffspaaren nach dem Gesetz der Logik. Kern-Philosophie argumentiert a priori. Sie leitet Schlüsse mittels Logik aus a priori Prämissen  ab. Diese Erkenntnisse beruhen also nicht auf sinnlichen Wahrnehmungen. Sinnliche Wahrnehmung  wird nur als Tatsache inkludiert, nicht aber ihre individuellen Wahrnehmungs-Inhalte. Entscheidend  ist nicht, was wahrgenommen wird, sondern dass wahrgenommen wird. Philosophie argumentiert  mit reiner Logik. Alle Erkenntnisse der Philosophie werden letztlich aus der Prämisse der Gültigkeit  der Logik selbst abgeleitet. Darum kann gegen eine philosophische Erkenntnis a priori nicht logisch  argumentiert werden. Es wäre Logik gegen Logik.  A posteriori Argumente gründen auf individuellen, sinnlichen Wahrnehmungs-Inhalten. Es sind  keine objektiven, sondern subjektive Argumente. Sie berühren ein Argumentum a priori in Wahrheit  gar nicht. Ebensowenig berühren Argumente, die bei den Konsequenzen von a priori Erkenntnissen  ansetzen. Es sind Argumente „von hinten“, die zeigen wollen, dass die Konsequenzen absurd dh  unlogisch sind. So eine Argumentation geht ins Leere, denn wenn sich das a priori Argument aus  wahren Prämissen logisch ableiten lässt, dann müssen auch seine Konsequenzen notgedrungen  logisch sein. Es ist eine nicht zerreißbare, logische Kette von Argumenten.  Die Konsequenz einer a priori Erkenntnis kann niemals absurd sein. Sie kann nur innerhalb des  Erkenntnishorizonts eines Subjekts absurd erscheinen. Sie kann schwer zu akzeptieren sein, aber sie  kann nicht absurd sein. Gegen ein a priori Argument könnte nur rein logisch argumentiert werden. Es  müsste gezeigt werden, dass das Argument ein Trugschluss ist. Dazu müssten entweder die Prämissen  oder die logische Ableitung des Arguments aus denselben angegriffen werden, nicht aber seine  Konsequenzen. Wenn die Prämissen inhaltlich wahr sind und die Ableitung logisch ist, dann müssen  die Konsequenzen wahr sein und akzeptiert werden.  Kern-Philosophie argumentiert a priori. A posteriori Argumente gehen ins Leere. Es gibt ungültige und gültige Fragen. Eine ungültige Frage baut auf einer Prämisse unwahren  Inhalts auf. Wenn A den B fragt, wann er aus der Karibik zurückgekommen ist, B aber gar nicht dort  war, dann ist diese Frage ungültig. Sie ist falsch gestellt. Eine echte Antwort ist auf diese ungültige  Frage nicht möglich. „Ich war nicht in der Karibik.“ Das ist zwar wahr, aber eine unechte Antwort,  weil sie nicht die Frage von A beantwortet. Die Frage verlangt nach einem Datum, die Antwort  entzieht der Frage aber ihre Prämisse. Sie löst die Frage an der Wurzel auf. Auf eine ungültige Frage  darf keine echte Antwort, sondern es sollte eine Richtigstellung erfolgen.  Wenn auf eine ungültige Frage doch eine echte Antwort erfolgt, dann wird ihr Inhalt immer  unwahr sein. Wenn B antwortet, dass er gestern aus der Karibik zurückgekommen ist, dann ist das  zwar eine echte Antwort, aber auch die Unwahrheit. Eine echte Anwort auf eine ungültige Frage  produziert immer eine Illusion. Wenn A aufbauend auf dem unwahren Inhalt der Antwort weitere  Fragen stellt, dann stehen all diese Fragen immer noch auf dem Fundament derselben Prämisse  unwahren Inhalts. Es ist evident, dass eine echte Antwort auf eine ungültige Frage der perfideste  Feind jeder Wahrheitsfindung ist. Sie lenkt die Suche in eine falsche Richtung.   Bei ungültigen Fragen führt die Kausalkette zu immer abstruseren und unüberprüfbareren  Antworten. Wenn A den B weiter fragt, warum er denn so blass sei, obwohl er in der Karibik war,  muss B ihm eine weitere Lüge auftischen. Und wenn A diese Lüge glaubt und darauf aufbauend  weitere Fragen stellt, dann muss B immer tiefer in die Trickkiste greifen, um das Lügengebäude aus  Illusionen zu retten. A und B verlassen die Wirklichkeit immer weiter und driften in Hirngespinste  ab. Und die ganze Illusion beginnt mit einer ungültigen Frage, auf die B eine echte Antwort gibt.  Philosophie überprüft daher die Prämissen ihrer Fragen akribisch. [4]  Ungültige Fragen sind das schleichende Gift der Philosophie. Sie führen die Suche in die Irre. Absolute und relative Paradoxa.  Das Paradoxon ist ein zentraler Begriff der Philosophie. Es ist wie eine Boje im Meer der Logik.  Sie dient der Orientierung auf dem Weg der Schlussfolgerungen. Ein Paradoxon ist ein Widerspruch  in sich. Das Paradoxon enthält ein absurdes Element. Mit dem Inhalt einer Aussage oder einer  Wahrnehmung stimmt etwas nicht. Es ist ein unlogischer Faktor im Bild. Es gibt eine Vielzahl  verschiedener Paradoxa, aber sie alle lassen sich auf zwei Arten reduzieren: Absolute und Relative  Paradoxa. Das absolute Paradoxon ist ein Stop-Schild. Dieser Weg führt nicht zur Wahrheit. Das  relative Paradoxon ist ein Hinweis-Schild. Dieser Weg führt zu einer höheren Perspektive.  Die Aussage: Diese Figur ist ein eckiger Kreis, ist ein absolutes Paradoxon. Eck und Kreis sind  objektive Gegensätze. Sie haben nichts mit dem subjektiven Blickwinkel eines Betrachters zu tun. Es  liegt eine objektive Unvereinbarkeit ex definitione vor. Eine Figur kann eckig sein und eine Figur  kann ein Kreis sein. Aber sie kann niemals beides gleichzeitig sein, denn ein runder Kreis ist von  seiner Definition her nicht eckig, und ein eckiges Quadrat ist von seiner Definition her nicht rund.  Das absolute Paradoxon vereint also Begriffe, die im Kosmos praktisch nicht vereint werden können  und beinhaltet damit einen fundamentalen, unlösbaren Widerspruch. [5]  Es kann im Kosmos keinen eckigen Kreis geben. Die Aussage: Diese Figur ist ein eckiger Kreis,  muss somit unwahren Inhalts sein. Diese Figur kann nicht bestehen. Das Eck kann sich mit dem Kreis  nicht vereinigen, ohne die ganze Figur zu vernichten. Diese Aussage kann also nichts im Kosmos  beschreiben, nichts über den Kosmos aussagen, denn ihr Inhalt kann niemals manifest sein. Der  „eckige Kreis“ ist eine Aussage, die nichts aussagt. Sie ist unlogisch und damit absurd. Wenn in der  Philosophie zu einer absolut paradoxen Aussage gelangt wird, dann ist der Inhalt dieser Aussage  unwahr. Der Schluss muss daher verworfen werden.  Absolute Paradoxa sind unlösbar. Entweder-Oder. Es gilt der Grundsatz: Diese Aussage ist nicht die Wahrheit. Ein relatives Paradoxon ist ein lösbarer Widerspruch. Es treffen Gegensätze aufeinander, die erst  in der Perspektive eines Betrachters entstehen. Es sind zwei subjektive Pole, die einander  widersprechen. Die Gegensätze sind beim absoluten Paradoxon objektiv, beim relativen Paradoxon  subjektiv definiert. Das relative Paradoxon ist kein Widerspruch ex definitione, sondern ex  perceptione. Er entsteht in der Wahrnehmung. Es sieht aus der (sinnlichen oder geistigen)  Perspektive des Subjekts nur so aus, als gäbe es hier einen Widerspruch. Das relative Paradoxon ist  also ein subjektives Paradoxon, ein Schein-Widerspruch. [6]  Das relative Paradoxon kann in Bildern und Gleichnissen dargestellt werden. Paradoxa der  Wahrnehmung, optische Täuschungen, sind zB relative Paradoxa. Das Wahrgenommene erscheint  aus einer gewissen Perspektive unlogisch. Daraus entsteht ein Widerspruch. Im relativen Paradoxon  sind die Gegensätze aber vereinbar, wenn der Standpunkt verlassen und das Paradoxon von einer  höheren Warte aus betrachtet wird. Es verlangt einen Perspektiven-Wechsel. Dann wird verstanden,  dass eigentlich gar kein Paradoxon vorliegt. Wenn in der Philosophie zu einer relativ paradoxen  Aussage gelangt wird, dann ist das ein Fingerzeig zur Wahrheit.  Relative Paradoxa existieren in der Subjektivität des Betrachters. Sie können auf einer höheren Erkenntnis-Ebene gelöst werden. Der Kreis bzw. die in sich geschlossene Kette ist das klassische relative Paradoxon. Die Aussage:  Das Glied A ist vor dem Glied B, das Glied B ist vor dem Glied A, ist ein Widerspruch. Wenn A und B  sich einigen, dass A das vordere Glied ist, dann kann A nicht zugleich das hintere Glied sein. Wenn  ein Glied sich aber über seine Position als Glied erhebt, dann erkennt es eine geschlossene Kette. In  dieser Erkenntnis löst sich der Widerspruch. Es ist logisch, dass sich A vor B befinden kann, der sich  in weitere Folge auf einem Kreis wiederum vor A befindet. Das relative Paradoxon erscheint also nur  aus einer limitierten Sichtweise. Es gibt objektiv kein Paradoxon.  Eine geschlossene Kette hat überdies weder Anfang noch Ende, womit auch vorne und hinten  nicht mehr objektiv definiert werden können. Hinten ist vorne und vorne ist hinten. Somit ist jedes  Glied aus höherer Perspektive letztlich weder Vorder-Glied noch Hinter-Glied. Es ist Mit-Glied in  einem Verband von Gliedern. In dieser Wahrheit kann jedes Glied sich finden, egal ob es sich  subjektiv als Vorder- oder als Hinter-Glied sieht. Diese Wahrheit inkludiert beide Möglichkeiten. In  der Objektivität der Logik löst sich das Problem des relativen Paradoxon auf. Es hat in Wahrheit nie  bestanden. Seine Illusion zeigt nur die Relativität der Sichtweisen.  Relative Paradoxa sind lösbar. Es gilt der Grundsatz: Die Wahrheit liegt auf einer höheren Ebene. Wahrheit und Logik.  Jede von zwei Sichtweisen zeigt eine subjektive „Wahrheit“. Eine subjektive „Wahrheit“ ist eine  relative „Wahrheit“, denn sie wird alleine aus der Wahrnehmung abgeleitet und ist darum nicht  objektiv gültig. Sie hängt von der Perspektive ab und kann bestenfalls eine „Halb-Wahrheit“ sein.  Philosophisch betrachtet ist eine „Halb-Wahrheit“ aber keine Wahrheit, sondern eine Lüge. Der  Begriff „Halb-Wahrheit“ ist nur eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine Meinung, deren  Gegenteil aus der diametralen Perspektive ebenso zutreffend ist. Aber aus höherer Sicht zeigt keine  der Sichtweisen die (objektive) Wahrheit. Wahrheit ist nicht teilbar.  Frage: Gibt es überhaupt Wahrheit? Antwort: Ja! Die Aussage: „Es gibt es keine Wahrheit“, ist ein  Widerspruch in sich, denn diese Aussage tritt selbst mit einem Absolutheits- und damit  Wahrheitsanspruch auf. Sie ist ein absolutes Paradoxon. Sie ist absurd. Wenn es die Wahrheit ist,  dass es keine Wahrheit gibt, dann kann die Aussage selbst keine Wahrheit sein. Da es nur entweder  Wahrheit geben oder nicht geben kann, die Aussage, dass es keine Wahrheit gibt, aber unlogisch ist,  muss es Wahrheit geben. Dieser Schluss folgt zwingend dem Ausschlussprinzip „Entweder-Oder“  innerhalb eines absoluten Paradoxons. Es gibt keine dritte Möglichkeit.  Es kann nur Wahrheit geben oder nicht geben. Die Aussage: „Es gibt keine Wahrheit“, ist unlogisch. Es muss daher Wahrheit geben. Wahrheit ist Information wahren Inhalts. Sie ist objektiv und unpersönlich. Sie muss aller  individuellen Attribute entledigt sein. Sie ist befreit von subjektiven Vorstellungen, Wertungen und  Glaubenssätzen. Subjektivität ist einseitig und damit relativ, denn sie betrachtet den Kosmos aus  einer individuellen und damit veränderlichen Perspektive. Wahrheit aber transzendiert alle  individuellen Perspektiven. Sie muss daher unveränderlich sein. Sie gilt überall und jederzeit für ein  Individuum, denn objektiv wahre Information muss aus jeder Perspektive wahr sein. Nur Meinungen  und Glaubensinhalte können sich verändern. Wahrheit bleibt immer Wahrheit. Sie ist beständig.  Wahrheit muss für alle Individuen gleichermaßen Geltung besitzen. Sie muss allgemeingültig  sein. Jeder muss ihr bezüglich seines Daseins zustimmen können, egal wie er sein Dasein subjektiv  gerade erlebt. Objektive Wahrheit vereint. Subjektive „Wahrheit“ (Sichtweise, Meinung) trennt. Zur  (objektiven) Wahrheit über den Kosmos kann daher nur dann gelangt werden, wenn man sich über  die subjektive „Wahrheit“, die die sinnliche Wahrnehmung des Kosmos vermittelt, erhebt. Darum  lautet ein Grundsatz der Philosophie: „Traue Deiner sinnlichen Wahrnehmung nicht. Die Sinne sind  die Tore in die Täuschung. Die Empirie ist voller Illusionen.“  Logik ist das einzige Instrument, über welches Wahrheit zweifelsfrei zu erkennen ist, denn nur  Logik ist von allen individuellen Inhalten befreit. Logik ist ein kosmisches Gesetz. Logik ist  unpersönlich, unvoreingenommen und rücksichtslos gegenüber subjektiven Befindlichkeiten. Sie ist  frei von moralischen Wertungen. Sie lässt sich durch nichts blenden. Sie ist unbestechlich. Sie kann  darum gnadenlos Widersprüche und Lügen aufdecken. Logik ist durch und durch nüchtern. Sie lässt  nur gelten, was logisch ist. Da Logik unbeeinflusst von individuellen Unterschieden ist, kann nur sie  zu allgemeingültigen Aussagen über die Prozesse des Kosmos verhelfen. [7]  Logik ist das Instrument der Philosophie. Nur sie kann Wahrheit zeigen. [1] Wie soll ich mich in dieser Situation moralisch richtig verhalten? Gibt es absolute  Moralvorschriften? Sind Abtreibung, Stammzellenforschung, Gen-Manipulationen ethisch zu  vertreten? Unter welchen Vorraussetzungen ist Tötung gerechtfertigt? Diese Fragen sind  gesellschaftlich wichtige Fragen. Sie dringen aber nicht zum Kern vor. Das ganze Kollektiv wird nicht  hinterfragt. Wozu auch? Welchen praktischen Nutzen hätte das für das Kollektiv?  [2] Kern-Philosophie mündet immer in Spiritualität, wenn sie konsequent ist, denn es wird ein Weg  offenbar, der aus dem geistigen Gefängnis falscher Glaubenssätze und Lebensprämissen in eine  tiefere Wirklichkeit führt. Philosophie führt zu einem Transformations-Prozess. Wer diesem Weg  folgt, der wird eine tiefe, innere Wandlung erfahren. Seine Einstellung wird sich radikal verändern. Er  wird sich selbst und seine Welt in einem neuen Licht erblicken.   [3] Ein entscheidender Unterschied zwischen Philosophie und Mathematik ist aber die Tatsache, dass  Mathematik eine rein wissenschaftliche Disziplin ist. Sie arbeitet mit horizontaler Logik, die die  Objekte, also hier die Zahlen und Variablen, miteinander verbindet. Sie exkludiert aber das Subjekt,  das Bewusstsein, aus ihren Betrachtungen. Darum wird Mathematik immer unvollständig sein.  Philosophie inkludiert das Bewusstsein. Sie ist holistisch.  [4] Die klassische ungültige Frage: „Wie ist die objektive Außen-Welt?“ Dieser Frage muss die  Prämisse entzogen werden. „Es gibt keine objektive Außen-Welt.“  Wenn auf diese Frage aber eine  echte Antwort gegeben wird, dann wird diese Antwort nicht die Wahrheit sein. Es werden unwahre  Gespinste produziert, die mit jeder Frage immer komplexer werden, weil das Gebäude aus  Spekulationen aufrechterhalten werden muss.   Weitere ungültige Fragen: 1. Wie findet objektive Bewegung statt? (Zenon) Antwort: Gar nicht. Wenn  sie aber dennoch erklärt werden soll, dann muss man tief in die Trickkiste greifen. Die  Erklärungsversuche werden immer komplexer werden und doch nicht erfolgreich sein. 2. Wie bringt  Materie Bewusstsein hervor? Antwort: Gar nicht. Wenn man es zu erklären versucht, muss man  unüberprüfbare Theorien aufstellen. Es führt immer in die Spekulation.  [5] Auch Allmacht ist ein absolutes Paradoxon. Wenn ein göttliches Wesen allmächtig wäre, dann  könnte es alles tun. Es könnte also auch einen so schweren Stein erschaffen, den es selbst nicht heben  könnte. Aber wenn es ihn nicht heben könnte, könnte es nicht allmächtig sein. Aber wenn es einen  solchen Stein nicht erschaffen könnte, könnte es auch nicht allmächtig sein. Daraus folgt: Es kann in  der Praxis keine Allmacht geben.  Weitere absolute Paradoxa: (1) „Das Pferd ist ein weiblicher Hengst.“ Entweder das Pferd ist weiblich  oder ein Hengst. (2) „Die Waise kam mit ihren leiblichen Eltern.“ Entweder es ist eine Waise oder die  Eltern leben noch. (3) Jemand spricht: „Ich bin stumm.“ Entweder er kann sprechen oder er ist  stumm. (4)  1 + 1 = 3. Fazit: Die Elemente dieser Aussagen schließen einander ex definitione aus. Sie  sind unlogisch und darum absurd. Es sind objektive Gegensätze.   [6] (1) Man fliegt von X weg, gleichzeitig fliegt man auf X zu. Paradox? Objektiv kommt die  Erkenntnis der Kreisbewegung auf dem Globus. (2) A steht am Mond und blickt zur Erde hinauf. B  steht auf der Erde und blickt zum Mond hinauf. Wer steht oben und wer unten? Sie stehen einfach  und schauen. (3) A sieht einen grünen Stoff. B sieht einen roten Stoff. Aus höherer Perspektive wird  der Stoff als changierend erkannt. (4) Die Paradoxa von Zenon sind spezielle relative Paradoxa.   [7] Logik muss gefühllos sein. Es wird nur die Tatsache von Gefühlen an sich berücksichtigt, nicht  aber ihre Inhalte. Inhalte der Gefühle würden in ihrer Subjektivität nur den Blick trüben und zu  inhaltlich unwahren Aussagen führen. Wahrheit hinge dann davon ab, ob sie sich gut oder schlecht  anfühlt. Der subjektive Wohlfühlfaktor würde die Wahrheit unterminieren. Wahrheit muss aber ohne  Vorlieben und Abneigungen sein, denn sie ist für jedes Individuum dieselbe Wahrheit. Nur  emotionale Präferenzen von Individuen sind unterschiedlich.  
1 Philosophie und Wahrheit 2 Gesetz der Logik 3 Wissen und Beweise 4 Bewusstsein 5 Subjekt und Objekt 6 Paradoxa von Zenon 7 Grenzen der Wissenschaft Über mich zur I.  Haupt-Schrift zur II. Haupt-Schrift Anfang Kontakt 1 Philosophie und Wahrheit