1 Relativer Solipsismus 2 Wirklichkeit und Illusion 3 Programm der Natur 4 Mensch und Individuum 5 Kosmische Lebenserhaltung 6 Theismus und Atheismus 7 Geistiger Pfad Über mich
II.1  Relativer Solipsismus Ausgangssituation.             Die I. Haupt-Schrift und ihre Ausführungen können in der grundlegenden Erkenntnis  zusammengefasst werden: Subjekt und Objekt sind untrennbar = die Außen-Welt besitzt keine  objektive Existenz = die Außen-Welt ist eine Vorstellungs-Welt. Diese Erkenntnis ergibt sich  zwangsläufig aus den 2 Ur-Prämissen (Logik und Subjekt/Objekt-Dualität), die Wissen a priori  darstellen. Die Erkenntnis ist darum selbst Wissen a priori. Sie kann nicht sinnvoll bezweifelt werden.  Darum kann sie als wahre Prämisse allen weiteren physischen und meta-physischen Schlüssen  zugrunde liegen. Aus ihr ergeben sich alle folgenden Konsequenzen.  Diese Prämisse verleitet aber zu voreiligen Schlüssen und Missverständnissen. Sofort drängt sich  der Solipsismus auf, das Enfant terrible der Philosophie. Mit ihm sollte man besser nicht in  Zusammenhang gebracht werden, denn dieses Kind ist geächtet. Es ist nicht gesellschaftsfähig. Es ist  ausgeschlossen. Aus einer gewissen Perspektive betrachtet, geschieht das auch aus gutem Grund.  Allerdings besitzt Solipsismus zwei Seiten, die klar auseinander gehalten werden müssen: Absoluter  Solipsismus und relativer Solipsismus. Der Schluss, dass sich aus der I. Haupt-Schrift ein absoluter  Solipsismus ergibt, ist ein voreiliger und überdies unlogischer Schluss.  Zwischen absolutem und relativem Solipsismus muss eine klare Unterscheidung getroffen werden. Absoluter Solipsismus. Der absolute Solipsismus ist die extremste Weltanschauung überhaupt. Er leugnet das Dasein  von allem, mit Ausnahme des Daseins des Solipsisten und seiner Wahrnehmungs-Inhalte. Der  absolute Solipsist ist somit absolut alleine. Er ist das einzige Subjekt, das einzige, bewusste  Individuum. Es gibt nur die Vorstellungs-Welt dieses Solipsisten, denn es gibt keine anderen  Subjekte, die sich Welten vorstellen könnten. Das von ihm Unwahrgenommene besteht nicht, weder  materiell noch immateriell. Es gibt nur seine Wahrnehmungs-Inhalte. Der Kosmos reicht nur bis zum  (sinnlichen und geistigen) Wahrnehmungs-Horizont des absoluten Solipsisten.  Der absolute Solipsismus ist ein unbewiesenes Postulat. Die Widerlegung ist mit relativen  Argumenten aber nicht möglich, denn die dem Postulat zugrunde liegende Prämisse ist eine wahre  Prämisse: Die Außen-Welt ist tatsächlich eine Vorstellungs-Welt. Das Postulat besitzt einen wahren  Kern. Der absolute Solipsismus kann daher im Kern nicht angegriffen werden. Er kann nur widerlegt  werden, wenn der Schluss aus der wahren Prämisse in einen Widerspruch führen würde. Es wäre  somit ein unlogischer Schluss. Für diesen Gegen-Beweis müssen alle 3 Faktoren des Kosmos  berücksichtig werden: Bewusstsein, Materie und Information. [1]  Das logische Problem des absoluten Solipsismus ist das Informations-Problem: Wenn der absolute Solipsist in seiner Vorstellungs-Welt Information vergessen hat, sie ihm also  nicht bewusst ist, dann ist diese Information kein Bewusstseins-Inhalt. Im absoluten Solipsismus gibt  es aber nur das, was dem einen Subjekt gerade bewusst ist. Was nicht Bewusstseins-Inhalt ist, das  besteht nicht. Wenn sich kein anderes Subjekt dieser vergessenen Information also bewusst wäre,  dann bestünde diese Information nicht mehr. Damit könnte es im absoluten Solipsismus keinerlei  Erinnerungen geben. Von wo würden sie im Bedarfsfall abgerufen werden? Es gibt nichts außerhalb  des Wahrnehmungs-Feldes eines Solipsisten. [2]  Der absolute Solipsist müsste seine Erinnerungen leugnen. Damit leugnete er sich aber selbst als  Individuum. Ein Individuum definiert sich über seine Erinnerungen. Ohne Erinnerungen wird es zu  niemandem, was der Definition eines Individuums widerspricht. Nur über Erinnerungen ist ein  Zurechtfinden im Alltag möglich. Erinnerungen geben der Außen-Welt erst ihre Kontinuität. Ohne  Erinnerung an Gestern, gäbe es keinen logischen Handlungsstrang ins Morgen. Aber vor allem:  Gerade im absoluten Solipsismus wird die Alltagswelt immer wieder aufs Neue aus der Erinnerung  vorgestellt. Absoluter Solipsismus führt sich daher selbst ad absurdum.  Vergessene Information ist aus dem Wahrnehmungs-Feld eines Subjekts ausgeschiedene  Information. Sie ist un-bewusste Information. Diese Information wird zur Erinnerung, wenn sie ins  geistige Wahrnehmungs-Feld des Subjekts wieder zurückkehrt. Aber von woher kehrt sie zurück? Da  auch Information als Objekt von ihrem Wahrgenommensein abhängt, muss es ein umfassenderes  Bewusstseins-Feld geben, ein übergeordnetes Subjekt, das dieses Informations-Objekt in sich  aufrechterhält und Zugriff gewährt. Damit ist absoluter Solipsismus jedenfalls ausgeschlossen. Der  Weg führt in eine andere Richtung: Relativer Solipsismus und Meta-Physik.  Aus der Subjekt/Objekt-Untrennbarkeit folgt logisch der Widerspruch im absoluten Solipsismus. Relativer Solipsismus. Der absolute Solipsismus ist logisch ausgeschlossen. Es wurde aber bewiesen, dass sich das  Subjekt alleine in seiner Vorstellungs-Blase befindet muss. Darum ist ein relativer Solipsismus die  logische Konsequenz. Er bedeutet, dass sich das Subjekt zwar alleine in seiner Vorstellungs-Welt  befindet, dass es aber noch andere Subjekte und damit Welten gibt. Das Subjekt ist somit nur relativ  alleine. Wenn jeder Mensch ein Subjekt in sich trägt, dann befindet sich jeder Mensch in seiner  eigenen materiellen Welt. Diese Welten sind parallele Welten. Jedes Subjekt ist in derselben,  parallelen Situation: Es ist ein Subjekt in einer Vorstellungs-Blase.  Wenn Subjekte Übereinstimmungen in ihren Wahrnehmungen erzielen, dann müssen ihre  parallelen Welten synchronisiert sein. Subjekte könnten sonst nicht miteinander kommunizieren.  Synchronisation bedarf kollektiver Information, also Information, auf die alle Subjekte in ihren  Vorstellungs-Welten Zugriff besitzen. Diese Ebene der Information muss eine in Bezug auf alle  Vorstellungs-Welten objektiv bestehende Plattform sein. Sie vereint alle Vorstellungs-Welten. Diesen  Informations-Pool könnte man daher kollektives Unbewusstes nennen. Alle Wahrnehmungs-Inhalte  müssen von diesem Informations-Komplex gespeist sein.  Kommunizierende Subjekte in parallelen Welten brauchen eine kollektive Informationsgrundlage. Eine Vorstellungs-Welt ist voller Gleichnisse ihrer selbst. Traum, Theater, Schule, Spiel,  Spiegelkabinett, Gebärmutter, jedes dieser Gleichnisse zeigt einen Aspekt der Vorstellungs-Welt. Der  Kosmos kann in seiner Rückbezüglichkeit immer nur Gleichnisse seiner selbst hervorbringen,  Fraktale, die im Prinzip identisch sind, aber unterschiedlich in Gestalt und Komplexität. So gibt es ein  zeitgemäßes Gleichnis für die Synchronisation von parallelen Welten. Es ist ein Gleichnis mit hohem  Erklärungsgehalt, denn es integriert nicht nur den Materie-, sondern aus den Informationaspekt der  Vorstellungs-Welten. Dieses Gleichnis ist das  vernetzte PC-Rollenspiel:  Der Avatar repräsentiert den Spieler in der Spiel-Welt. Diese virtuelle Welt, die auf dem  Bildschirm erscheint, ist ein Konstrukt von Schirm und Rechner. Es gibt so viele Konstrukte, wie es  Schirme gibt. Darum sind die erscheinenden Welten energetisch nicht identisch. Kein Spieler kann  die Welt eines anderen Spielers unmittelbar wahrnehmen, sondern nur mittelbar auf seinem eigenen  Schirm. Die Identität dieser Welten besteht aber informationell. Es sind zwar energetisch getrennte  Welten, aber in Bezug auf die zugrunde liegende Information gibt es nur eine einzige Welt. Diese eine  Welt wird auf den Schirmen zu vielen virtuellen Welten. [3]  Für ein vernetztes Spiel genügt aber nicht nur die Identität des zugrunde liegenden  Spielkonzepts. In diesem Falle wäre es ein solitäres Rollen-Spiel. Jeder Spieler wäre zwar informell in  derselben Welt, aber die Spieler könnten einander in dieser Welt nicht treffen. Bei vernetzen Spielen  findet die Kommunikation der Spieler über einen kollektiven Informations-Server in der Wirklichkeit  statt, auf dem die Aktionen der Spieler als Information abgespeichert werden und auf den alle Zugriff  besitzen. Die Spieler handeln also in jeder Hinsicht informationell in derselben Spiel-Welt, obwohl  ihre Aufmerksamkeit auf virtuell getrennte Welten gerichtet ist.  Auf der Ebene der Information gibt es nur eine Welt. Sie wird vielfach individuell materialisiert. Wenn dieses Gleichnis auf die geistige Ebene gehoben wird, dann nimmt der Spieler seinen  Avatar und dessen Welt nicht von außerhalb auf einem Monitor wahr, sondern der Spieler befindet  sich in seiner Vorstellung als Avatar inmitten dieser Welt. Das geistige Spiel wird rein in der  Vorstellung gespielt. Es ist eine auf einer Programm-Grundlage induzierte Traum-Welt. Jeder Spieler  befindet sich in seiner eigenen Vorstellungs-Blase. An der Wurzel aller Blasen besteht aber die  kollektive Informations-Basis in der Wirklichkeit, aus der alle Spieler schöpfen und die alle Spieler  verbindet. An dieser Basis sind ihre Welten eine Welt. [4]  Diese Beschreibung trifft das Prinzip des relativen Solipsismus. Der Spieler entspricht dem  Individuum, das sich in seiner Vorstellungs-Welt im Prinzip in der dargelegten Situation befindet.  Aber es weiß nichts davon, denn: Der relative Solipsismus besitzt keine empirischen Konsequenzen.  Er ist in der sinnlichen Wahrnehmung nicht feststellbar. Auch wenn es nur eine einzige materielle  Außen-Welt gäbe, würde sich diese Welt nicht anders darstellen. Die Menschen würden nicht anders  aussehen und sie würden sich auch nicht anders verhalten. Wer also nicht auf der Suche nach  Wahrheit ist, für den ist der relative Solipsismus ohne Relevanz.  Relativer Solipsismus ist die Antwort auf die Frage: Wie ist eine nicht existente objektive Außen-Welt mit der Pluralität kommunizierender Subjekte vereinbar? Zentrum der Pluralität. Im Zentrum einer Vorstellungs-Blase befindet sich ein Subjekt. Das Volumen der Blase ist die  Außenwelt. Die Peripherie ist die sinnliche Wahrnehmungsschwelle. Es gibt kein Dahinter. Solange  das Subjekt nach außen blickt, muss es immer im Zentrum seiner Blase sein. Das Subjekt kann diesen  Kokon nach außen (horizontal) niemals verlassen. Es gibt keine externe Welt-Pforte. Diese Pforte  könnte nur eine interne (vertikale) Pforte im Zentrum sein. In welche Vorstellungs-Welt das Subjekt  auch immer auf- oder absteigen könnte, das Subjekt wäre in seiner Subjektivitäts-Blase. Wo aber sind  die anderen Subjekte? Es gibt nur zwei Möglichkeiten:  (1) Diese Subjekte befinden sich außerhalb des Zentrums der eigenen Vorstellungs-Welt.  (2)  Diese Subjekte befinden sich im Zentrum der eigenen Vorstellungs-Welt.  Ad 1.) a.) Kann es in der Außen-Welt des Subjekts noch andere Subjekte geben? Dann gäbe es  auch andere Perspektiven auf die Außen-Welt. Dann gibt es aber auch andere Außen-Welten, denn  eine materielle Welt entsteht erst in der Perspektive. Da es keine objektive, materielle Plattform gibt,  muss es so viele materielle Welten geben, wie es Subjekte gibt. Jedes Subjekt ist damit notgedrungen  alleine in seiner materiellen Welt. Wenn ein Subjekt von sich selbst weg auf seine Umwelt zeigt, dann  können sich dort somit keine anderen Subjekte befinden, denn jede Richtung, die vom Subjekt  wegführt, führt zwangsläufig in seine eigene Vorstellungs-Welt.  Es ist auszuschließen, dass sich innerhalb einer Raum/Zeit-Blase andere Subjekte befinden. b.) Könnten sich andere Subjekte in ihren Welten dort draußen hinter dem Horizont befinden,  also räumlich außerhalb der Blase eines Subjekts? Was ist denn um die Blase eines Subjekts herum?  Diese Frage ist eine ungültige Frage. Es gibt kein „Herum“. Es kann keine räumliche Position  außerhalb des subjektiven Raumes geben, von der man auf diesen Raum blicken könnte. Er kann nur  von dem Subjekt wahrgenommen werden, das sich in diesem Raum befindet und ihn sich vorstellt.  Ein subjektives Konstrukt kann von außerhalb dieses Konstruktes nicht wahrnehmbar sein, denn es  besitzt keine objektive Existenz. Raum ist eine Vorstellung. [5]  Das Bild von parallelen Vorstellungs-Blasen schwebend im leeren Raum ist ein falsches Bild.  Erstens werden subjektive Blasen von außen vorgestellt. Zweitens wird objektiver Raum zwischen den  Blasen vorgestellt. Beides ist unlogisch. Subjektive Blasen können von außen nicht vorstellbar sein,  denn sie sind nur von innen heraus wahrnehmbar. Darum kann auch kein objektiver Raum zwischen  den Blasen vorstellbar sein. Objektives ist unvorstellbar. Jede Vorstellung ist naturgemäß subjektiver  Natur. Fazit: Es gibt keinen Raum um eine Vorstellungs-Welt des Subjekts herum. Es gibt dort  draußen daher keine anderen Vorstellungs-Welten. [6]  Es ist auszuschließen, dass sich außerhalb des Zentrum hinter dem Horizont der Vorstellungs-Welt andere Subjekte in parallelen Vorstellungs-Welten befinden. Ad 2.) Es bleibt somit nur eine Möglichkeit: Andere Subjekte können sich nur im Zentrum der  eigenen Vorstellungs-Welt befinden. Wenn es weder in der Außen-Welt, noch um diese Außen-Welt  herum, noch im Zentrum andere Subjekte gäbe, dann gäbe es keine anderen Subjekte. Es gäbe dann  nur ein einziges Subjekt: ICH. Um diesen Punkt, diese geistige Position herum, werden Raum und  Zeit aufgespannt. Aber das würde absoluten Solipsismus bedeuten. Es gibt nur ein einziges Subjekt  und damit auch nur eine einzige Welt. Da der absolute Solipsismus aber logisch unhaltbar ist, können  andere Subjekte nur im Zentrum der eigenen Welt Dasein besitzen.  Die Pluralität von Subjekten kann sich nur im Zentrum der eigenen Vorstellungs-Welt befinden. Was ist das Zentrum einer Vorstellungs-Welt? Es ist die bewegungslose, immaterielle Nabe des  sich drehenden, materiellen Rades. Das Zentrum nimmt keinen Raum im Raum ein. Sinnlich kann es  nicht wahrgenommen werden. Das Zentrum ist ein Punkt. Es ist Bewusstsein. Bewusstsein darf aber  nur theoretisch als leer begriffen werden. In der Praxis muss es Inhalt besitzen. Dieser Inhalt ist seine  Information. Sie ist immateriell wie Bewusstsein selbst. Wenn Bewusstsein aus vielen Subjekten  besteht, dann muss das Zentrum derart in Informations-Komplexen strukturiert sein, dass es in der  Welt der Information viele Zentren ist.  Das Zentrum ist aus räumlicher Sicht ein Mittel-Punkt. Aber in Kombination mit Information  muss dieser Punkt viele Punkte sein. Es ist theoretisch immer derselbe Punkt, der sich aber praktisch  an verschiedenen Informations-Positionen befindet. Gleichnis: Viele Löcher in einem Stoff sind alle  theoretisch dasselbe Loch, denn Nichts ist von Nichts ununterscheidbar. Die Unterscheidbarkeit der  Löcher ergibt sich erst praktisch aus dem Stoff. Wenn diesem Gleichnis seine Räumlichkeit entzogen  wird, bleibt nur ein Punkt übrig, in dem das Gleichnis gilt. Es ist ein Punkt, der innerhalb einer  raumlosen Informations-Struktur viele Punkte/Subjekte ist. [7]  Das Zentrum aller Vorstellungs-Welten ist ein Punkt. In diesem Punkt befindet sich die Welt der Information, in der sich alle Subjekte in Wirklichkeit befinden. Subjekte sind nur in ihren Vorstellungen in einer räumlichen Welt. [1] Relative Gegen-Argumente seien nur am Rande erwähnt. Es ist schon richtig, dass der absolute  Solipsist auch die Zauberflöte komponiert und die Sixtinische Kapelle erschaffen hätte. Er hätte sich  alles ausgedacht. Aber der Solipsist kann immer mit dem Traum antworten, den er als Gott gerade  träumt. Dies ist nicht 100%ig zu widerlegen. Warum er sich dann keine bessere Welt vorstellt? So wie  in einem Traum im Schlaf könnte er auch hier keine Kontrolle haben. Relative Argumente können  den absoluten Solipsismus nicht aushebeln.  [2] Wenn das Subjekt ein materielles Objekt nicht wahrnimmt, dann existiert es nicht. Da es aber  wieder wahrgenommen werden kann, muss Information von ihm zurückbleiben. Wo befindet sich im  absoluten Solipsismus aber die Information all der gerade unwahrgenommenen Objekte des Alltags?  Das Subjekt hat sein Büro vergessen, wenn seine Aufmerksamkeit zu Hause von einem Buch  absorbiert ist. Aber am nächsten Tag findet es sein Büro wieder vor. Diese Information muss also  außerhalb seines Wahrnehmungs-Feldes gespeichert gewesen sein.  Der absolute Solipsist müsste somit postulieren, dass Information auch ohne Subjekt Dasein besitzen  kann. Er müsste subjekt-unabhängige Objekte annehmen. Dies widerspricht aber gerade seiner  Prämisse, nach welcher nichts außerhalb seines Bewusstseins-Feldes bestehen kann. Überdies: Wenn  er unbewusste Informations-Objekte annimmt, wo sollen sich diese befinden? In seinem Bewusstsein  können sie nicht sein, sonst wären sie nicht unbewusst. In der Außen-Welt können sie auch nicht  sein, denn diese besteht nur im Bewusstseins-Feld. Und sonst gibt es nichts.  [3] Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Begriff "Avatar" eigentlich ein religiöser Ausdruck aus  dem Hinduismus ist. Er bedeutet „herabgestiegen aus der Wirklichkeit“.  Das Zimmer des Spielers  mitsamt seinem Rechner ist die Wirklichkeit in Bezug zur Spiel-Welt. „Avatar“ ist somit ein durchaus  treffender Begriff, denn der Avatar ist die Manifestation des Spielers in der virtuellen Welt. Der  Spieler steigt aus der Wirklichkeit in die Spiel-Welt hinab und erscheint dort als Avatar. Aus Sicht der  Spiel-Welt ist er ein Gefäß für das Göttliche.   [4] Der Traum als Welterklärung ist somit nur Teil der Wahrheit. Reine Träume sind sprunghaft,  lückenhaft, diskontinuierlich. Die materiellen Welten aber sind zu stabil, kontinuierlich und  berechenbar, als dass sie ein willkürliches Konstrukt eines Subjekts sein könnten. Die  Übereinstimmung der Vorstellungs-Inhalte bedarf überdies kollektiver Information. Die  Vorstellungs-Welt kann darum nur als eine Kombination aus Traum und Programm erklärt werden.  Siehe die Schriften "Wirklichkeit" und "Programm der Natur."  [5] Was befindet sich hinter einem Traum-Haus? Es wird nur die Fassade wahrgenommen, aber  dahinter befindet sich kein Raum. Der Raum reicht nur bis zum Wahrnehmungs-Horizont. Er ist eine  Vorstellung. Eine Traum-Blase im Schlaf befindet sich nicht in einem Raum außerhalb ihrer selbst.  Sie nimmt in der Wirklichkeit keinen Raum ein. Wo befindet sich dann ein Traum? In der Vorstellung  des Subjekts. Wo befindet sich die Vorstellung? Objektiv nirgendwo. Subjektiv überall. Das Subjekt  projiziert ein geistiges Seins-Feld um sich herum.  [6] Vorstellungs-Welten können objektiv keinen Raum zwischen sich haben. Man möchte meinen,  dass sie sich darum objektiv alle im selben Raum befinden müssten. Aber: Diesen einen objektiven  Raum kann es nicht geben, denn jeder Raum ist eine subjektive Vorstellung. Jeder subjektive Raum  ist objektiv nirgendwo. Es kann keine Vorstellung davon geben, wie parallele Vorstellungs-Welten  räumlich koexistieren, denn außerhalb ihrer selbst kann es keine räumlichen Positionen geben, aus  welchen parallele Vorstellungs-Welten vorstellbar wären.  [7] Diese Struktur muss unvorstellbar sein, denn sie befindet sich als Information ex definitione  jenseits der Vorstellung. Vorstellung ist räumlich. Es ist aber keine räumliche Struktur. Für die  Vorstellung entsteht ein Paradoxon: Das Eine kann nicht gleichzeitig als Viele vorgestellt werden.  Aber auf der Ebene der Information bestehen keine räumlichen Grenzen zwischen Objekten, sondern  nur inhaltliche Grenzen. Räumlich betrachtet befindet sich die Information des Kosmos in einem  Punkt. Tatsächlich muss es eine in sich geschlossene 2-D Informations-Ebene sein.  Bewusstsein ist wie eine in Felder strukturierte Ebene. Diese Felder sind Wahrnehmungs-Felder.  Jedes Feld ist ein Subjekt. Die Ebene besteht nicht unabhängig von den Feldern, sie besteht aus den  Feldern. Bewusstsein ist somit ein relativer Faktor. Diese geistigen Felder werden durch ihre  Information definiert. Die Ebene muss sowohl eine parallele Struktur aufweisen, als auch  hierarchische Sub-Strukturen mit limitierteren geistigen Wahrnehmungs-Feldern. Aber  sinnlich/räumlich betrachtet, befindet sich die Informations-Struktur in einem einzigen Punkt.  
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