Über mich 1 Philosophie und Wahrheit 2 Gesetz der Logik 3 Wissen und Beweise 4 Bewusstsein 5 Subjekt und Objekt 6 Paradoxa von Zenon 7 Grenzen der Wissenschaft
I.5 Subjekt und Objekt Problem: Objektive Außen-Welt? Was ist objektiv dort draußen? Was kann über die objektive Außen-Welt gewusst werden? Was ist  die objektive Grundlage des Wahrgenommenen? Diese Fragen führen notgedrungen aus jeglicher  Subjektivität heraus. Eine objektive Welt ist eine Welt ohne Subjekt. Es stellt sich daher die Frage:  Wie ist die Welt, wenn sie von keinem Subjekt wahrgenommen wird? Was bleibt von einem Objekt  ohne sein Wahrgenommensein übrig? Welches Art des Seins besitzt ein unwahrgenommenes Objekt?  Wenn alles Subjektive aus der Welt entfernt wird, dann kann nur das objektiv Existente bleiben. Aber  was ist das? Was sind die Eigenschaften eines subjektunabhängigen, also objektiven Objekts?  Diese Fragen sind empirisch nicht zu beantworten. Es ist unlogisch, wenn man hinsieht, um zu  sehen, was dort ist, wenn man nicht hinsieht. Wenn das Subjekt ein Objekt wahrnimmt, kennt es das  Objekt zwangsläufig immer nur im Zustand seines Wahrgenommenseins. Über den Zustand seines  Unwahrgenommenseins weiß das Subjekt nichts. Das Subjekt wird dem unwahrgenommenen Objekt  auch niemals begegnen können, denn Begegnung bedeutet Wahrnehmung. Wahrnehmung kann  naturgemäß kein Instrument zum Finden des Unwahrgenommenen sein. Die Frage nach dem objektiv  Existenten kann daher nur über die Logik beantwortet werden. Es gibt keine andere Möglichkeit.   Die Ausgangsfrage lautet: Wie ist die subjektunabhängige, objektive Außen-Welt? Die Antwort kann nur über die Logik erfolgen. Subjektivität der Wahrnehmung. Der Wahrnehmende ist immer Subjekt. Wahrnehmung ist sein natürlicher und ständiger Akt.  Objektive Wahrnehmung wäre Wahrnehmung ohne Subjekt. Das Subjekt müsste ohne sich selbst  wahrnehmen, um objektiv wahrnehmen zu können, womit es aber keinen Wahrnehmenden gäbe.  Wahrnehmung geschieht immer aus einer subjektiven Perspektive. Das Subjekt befindet sich stets an  einer Position, von der aus es ein Objekt wahrnimmt. Wer aber aus einer Position heraus wahrnimmt,  der nimmt nicht objektiv wahr. Er nimmt nur so wahr, wie sich ein Objekt aus der Perspektive dieser  Position für ihn darstellt. Er erhält somit immer nur einen subjektiven Wahrnehmungs-Inhalt.  Die Position eines Subjekts ist durch 3 Parameter definiert: Ort, Zeit und Information des  Subjekts. Wo wird wahrgenommen? Wann wird wahrgenommen? Wie wird wahrgenommen? Diese 3  Parameter sind Wissen a priori. 1. Das Subjekt muss irgendwo sein, denn sonst wäre es nirgendwo. Es  wäre Absolutes. 2. Das Subjekt muss irgendwann sein, denn sonst wäre es niemals. Es wäre  Absolutes. 3. Das Subjekt muss Information besitzen, denn sonst wäre es niemand. Es wäre  Absolutes. Das Subjekt braucht diese 3 relativen Parameter zu seiner Konstitution. Da nun der  Wahrnehmende von relativen Parametern abhängig ist, ist auch seine Wahrnehmung relativ.  Ein Subjekt befindet sich immer an einer durch relative Parameter definierten Position. Wahrnehmung ist daher immer ein relativer/subjektiver Akt. (1) Ort: Ein Subjekt befindet sich immer an einer örtlichen Position, aus deren Perspektive ihm  ein materielles Objekt perspektivisch erscheint. Das Objekt kann aus verschiedenen Positionen  heraus wahrgenommen werden. Aus jeder Position wird sich ein perspektivischer, jeweils veränderter  Wahrnehmungs-Inhalt ergeben. Inhalte unterschiedlicher, räumlicher Perspektiven können nicht  identisch sein, denn sonst wären sie nicht aus unterschiedlichen Perspektiven gewonnen. Ein  objektiver Wahrnehmungs-Inhalt müsste aber unveränderlich sein. Darum können veränderliche  Wahrnehmungs-Inhalte niemals objektiv existente Objekte dahinter zeigen.   (2) Zeit: Ein Subjekt befindet sich immer an einer zeitlichen Position, Datum/Uhrzeit. Diese  Position verändert sich ständig. Die Welt ist ein Kausal-Prozess und somit in permanentem Wandel.  Daher können Wahrnehmungs-Inhalte an unterschiedlichen Zeitpositionen niemals identisch sein.  Die Nicht-Identität der Wahrnehmungs-Inhalte definiert gerade erst Zeitpositionen und Ablauf des  Prozesses. Wenn der Wahrnehmungs-Inhalt aber objektiv wäre, dann müsste sich das  wahrgenommene Objekt zu jedem beliebigen Zeitpunkt zu 100% gleich darstellen. Der Inhalt müsste  absolut unveränderlich sein, sonst wäre er nicht objektiv und damit allgemeingültig.  (3) Information: Ein Subjekt befindet sich immer an einer informierten Position. Es besitzt  immer individuelle Information (Erfahrung, Genetik), die über die Art seiner Wahrnehmung  bestimmt. Ohne diese Information wäre Wahrnehmung nicht möglich, denn das Subjekt ist von  seiner Information untrennbar. Der Wahrnehmungs-Inhalt ist immer ein relativer Inhalt, denn er  hängt von den relativen Parametern des Subjekts ab. Wenn sich die individuelle Information  verändert, verändern sich mit ihr auch Perspektive und Inhalt. Ein objektiver Inhalt wäre aber  unabhängig von individueller Information, sonst wäre er nicht objektiv.  Ein Subjekt nimmt seine Welt immer aus einer Perspektive wahr. Es kann darum keine objektiven Wahrnehmungs-Inhalte besitzen. [1] Aus einer Perspektive kann immer nur ein limitiert gültiger, dh relativer Inhalt erscheinen. Das  Subjekt kann nicht allgemeingültig/objektiv wahrnehmen, weil sich seine örtlichen, zeitlichen und  informellen Parameter ständig verändern. Wahrnehmung ist immer abhängig von Faktoren.  Objektivität aber ist Unabhängigkeit. Ein objektiver Wahrnehmungs-Inhalt müsste unabhängig von  den 3 Parametern zustande kommen. Da diese Parameter aber jede Perspektive auf die Außen-Welt  definieren, dürfte ein objektiver Wahrnehmungs-Inhalt aus keiner Perspektive entstehen. Aber: Ohne  Perspektive gibt es keine Wahrnehmung und damit auch keinen objektiven Inhalt!  Ein Subjekt kann also niemals objektiv wahrnehmen. Alle Wahrnehmungsinhalte werden aus  einer relativen Perspektive gewonnen und sind daher zwangsläufig subjektiv. Das bedeutet, dass alles  (!), was in der Wahrnehmung erscheinen kann, ein subjektiver/relativer Inhalt sein muss. In der  Wahrnehmung kann ein Objekt niemals objektiv erscheinen. Das Objekt der Wahrnehmung muss  daher zu 100% ein subjektives Konstrukt sein. Es ist der subjektive Schleier, der das vermeintlich  objektive Objekt verdeckt. Dieser Schleier muss weggezogen werden. Das Objekt muss von allen  subjektiven Inhalten befreit werden. Dann bliebe das objektiv existente Objekt übrig.  Alle Wahrnehmungsinhalte sind subjektiver Natur.        Sie können keine objektiv existenten Objekte zeigen. Objektives “Objekt”. Über ein objektiv existentes Objekt kann aufgrund der Wahrnehmung nichts ausgesagt werden.  Es ist ein Fragezeichen. Wenn ein objektiv existentes Objekt wahrgenommen werden könnte, dann  könnte es  auch beschrieben werden. Die Beschreibung mag sich vielleicht nur vage annähern, sehr  ungenau sein, aber es ist immerhin eine ungefähre Beschreibung. Ein objektives Objekt könnte aus  der Wahrnehmung heraus aber nicht einmal ungefähr beschrieben werden, weshalb es auch nicht  einmal ungefähr wahrgenommen werden kann. Es ist zu 100% unwahrnehmbar. Wenn das Subjekt  empirisch nach dem objektiv Existenten sucht, sucht es die Finsternis mit der Taschenlampe. [2]  Niemand könnte ein Objekt aufgrund seiner Wahrnehmung objektiv beschreiben, denn jeder  Eindruck ist naturgemäß ein subjektiver Eindruck. Das Subjekt kann aber empirisch nichts anderes  als seine Wahrnehmungs-Inhalte beschreiben, die zu 100% nicht objektiv sind. Es kann daher  empirisch nicht feststellen, wie ein Objekt objektiv ist, aber es kann aufgrund der Logik sagen, wie es  mit Sicherheit nicht sein kann: Es kann mit keinen Eigenschaften belegt werden, mit welchen ein  Objekt der Wahrnehmung belegt wird, denn diese wahrgenommenen Eigenschaften beschreiben nicht  das objektiv existente Objekt, sondern den Wahrnehmungs-Inhalt, also das subjektive Konstrukt. [3]  Ein objektiv existentes Objekt kann mit keinen Eigenschaften beschrieben werden, mit welchen ein Objekt der Wahrnehmung beschrieben werden kann. Die Eigenschaften eines objektiven Objekts können somit nur die negierten Eigenschaften des  Wahrnehmungs-Inhalts sein. Wie ist der Wahrnehmungs-Inhalt? Er ist räumlich, zeitlich, materiell,  geformt, strukturiert, definiert, begrenzt, unterscheidbar, bewegt, veränderlich, relativ und kausal  eingebunden. All das sind Eigenschaften eines Objekts in der Wahrnehmung. Und all das können mit  Sicherheit keine Eigenschaften eines objektiven Objekts außerhalb der Wahrnehmung sein. Das  objektiv existente Objekt kann nicht direkt (positiv), sondern nur indirekt (negativ) beschrieben  werden, also durch Negation aller Eigenschaften des Objekts der Wahrnehmung. [4]  Was bleibt von diesem Objekt aber noch übrig? Dieses objektive “Objekt” müsste sich jenseits von  Raum, Zeit, Energie/Materie, Struktur und Kausalitäten befinden, absolut unveränderlich, formlos,  grenzenlos, bewegungslos, undefiniert, ununterscheidbar, unwahrnehmbar, unabhängig, ohne Anfang  und ohne Ende. Diese Eigenschaften sind aber identisch mit den negativen Eigenschaften des  Absoluten. Wenn alle wahrnehmbaren Eigenschaften von einem Objekt subtrahiert werden, kann  kein Objekt mehr übrig bleiben, sondern nur das Absolute. Es bleibt nichts zurück, was als Objekt  identifiziert werden könnte. Es gibt keine Grenzen, die Objekte definieren könnten.  Ein Objekt ist von seiner Natur her ein subjektiver Wahrnehmungsinhalt. Es kann kein objektiv existentes Objekt geben. Die grundlegendste Bestimmung eines materiellen Objekts ist seine Raum/Zeit-Position. Es ist  seine Basis-Definition. Ein materielles Objekt muss sich irgendwo und irgendwann befinden. Wenn es  sich nirgendwo und niemals befindet, dann kann es nicht existieren. Alle Raum/Zeit  Positionsbestimmungen sind aber immer relativ/subjektiv. Jede Raum/Zeit-Koordinate existiert nur  in Bezug zu anderen Raum/Zeit-Koordinaten. Es gibt also nur relative Raum/Zeit-Koordinaten,  Übereinkünfte vieler Subjekte zur Positionsbestimmung eines Objekts in der Raum/Zeit. Eine  objektive Position in einem relativen Kosmos ist völlig unmöglich. [5]  Ein objektiv existentes Objekt müsste aber eine objektive Raum/Zeit-Position einnehmen. Da  diese aber immer relativ/subjektiv sein muss, weil sie nur in Relation zu anderen Positionen sein  kann, wäre ein objektiv existentes Objekt absolut positionslos. Es ist zu 100% undefiniert, wo und  wann es sich befindet. Jedes Hier und Jetzt impliziert ein relatives Dort und Dann. Es kann keine  objektive Position geben. Wo und wann sollte das Objekt sich dann aber objektiv befinden? Es kann  weder innerhalb noch außerhalb von Raum und Zeit existieren. Damit kann es objektiv überhaupt  nicht existieren. Es gibt das materielle Objekt nur subjektiv in Raum und Zeit. [6]  Ein materielles Objekt ist objektiv nirgendwo und niemals. Es kann nur subjektiv in Raum/Zeit existieren. Absolute und relative Eigenschaften. Ein objektiv existentes Objekt müsste aus (negativen) Eigenschaften bestehen, die unabhängig  von allen Perspektiven und damit zeitlos und unveränderlich sind. Sie können aus keiner Perspektive  erscheinen. Sie sind unwahrnehmbar. Solche Eigenschaften sind absolute Eigenschaften, die sich aus  der Negation der relativen Eigenschaften ergeben. Da absolute Eigenschaften unveränderlich sein  müssen, kann es von ihnen keine Schattierungen, Nuancen, Abstufungen geben. Es gibt keine Palette  von Möglichkeiten, auf der sich eine absolute Eigenschaft in der Praxis zeigen könnte. Eine absolute  Eigenschaft könnte es nur auf eine einzige Art und Weise geben.  Still, friedlich, frei, grenzenlos, formlos, dimensionslos, zeitlos, unbeweglich, unveränderlich, leer  wären absolute Eigenschaften. Sie könnten nicht abgestuft und damit nicht verändert werden, ohne  ihrer Natur beraubt und zu ihrem Gegenteil gemacht zu werden. Es wäre nur eine Stille möglich, aber  viele Geräusche; nur ein Frieden, aber viele Konflikte; nur eine Grenzenlosigkeit, aber viele  Grenzziehungen; nur eine Formlosigkeit, aber viele Formen; nur eine Leere, aber viele Füllungen; nur  eine Unveränderlichkeit, aber viele Veränderungen; nur ein Nicht-Sein, aber viele Arten des Seins.  Der Gegensatz des unschattierten Absoluten ist im Relativen schattiert.  Absolute Eigenschaften wären unveränderlich. Ein objektiv existentes Objekt wäre ein unveränderliches Objekt. Der Gegensatz zu den absoluten Eigenschaften sind die relativen Eigenschaften. Sie sind in sich  veränderlich, denn sie hängen von der Perspektive ab. Sie sind immer im Spektrum der Relativität  angesiedelt. Beweglich kommt immer vor als schneller oder langsamer; veränderlich als stabiler oder  instabiler; positioniert als rechts/links oder oben/unten; zeitlich als früher oder später; schwingend  als höher oder tiefer; dimensioniert als größer oder kleiner; begrenzt als weiter oder enger. Jede  Farbe, jeder Ton, jeder Geschmack, jeder Geruch, jede Tastempfindung, also jeder sinnliche  Wahrnehmungsinhalt besitzt mögliche Nuancen. Darum ist er relativ. [7]  Grundsatz: Wenn es möglich ist, dass eine Eigenschaft abgestuft auftreten kann, dann ist sie  positiv/relativ/subjektiv. Wenn eine Eigenschaft nur auf eine einzige Art sein könnte, dann wäre sie  negativ/absolut/objektiv. Ein Objekt in Raum/Zeit kann aus keinen absoluten Eigenschaften  bestehen, denn es unterliegt ständiger Veränderung. Kein Teil des Kosmos kann von einer absoluten  Eigenschaft belegt sein, denn der Kosmos unterscheidet sich gerade durch seine Relativität vom  Absoluten. Darum können Objekte des Kosmos nur aus relativen Eigenschaften bestehen. Sie sind in  jeder Hinsicht variable Gebilde innerhalb eines relativen Spektrums.  Es kann kein unveränderliches Objekt geben. Ein Objekt muss aus relativen Eigenschaften bestehen. Man möchte meinen, dass Eigenschaften wie materiell, geformt, dimensioniert, zeitlich, begrenzt,  veränderlich objektive/absolute Eigenschaften sind, weil alle Wahrnehmungs-Inhalte in jedem  Augenblick aus diesen Eigenschaften bestehen. Aus welcher Perspektive und von welchem Subjekt ein  materielles Objekt auch immer wahrgenommen wird, diese Eigenschaften sind in jeden Fall  vorhanden. Da diese Eigenschaften somit jedem Objekt der Wahrnehmung zu eigen sind, sind es  scheinbar unveränderliche Eigenschaften, also objektive/absolute Eigenschaften des Objekts, denn sie  gelten ausnahmslos für alle Objekte in Raum/Zeit. Das ist aber ein Trugschluss.  Ein subjektiver Wahrnehmungs-Inhalt kann keinerlei objektive Eigenschaften besitzen, sondern  nur inter-subjektive Eigenschaften. Diese Eigenschaften sind nur objektiv in Bezug auf die  Wahrnehmungsinhalte der Subjekte, denn sie sind in allen Inhalten zu finden. Ohne Subjekt  verschwinden aber die Inhalte und damit ihre inter-subjektiven Eigenschaften. Natürlich ist jeder  sinnliche Wahrnehmungs-Inhalt materiell, geformt, veränderlich, bewegt, etc., denn ohne diese  Eigenschaften wäre er nicht existent. Er wird über diese Eigenschaften definiert. Darum besitzen alle  sinnlichen Wahrnehmungs-Inhalte diese Eigenschaften ex definitione. [8]  Beim objektiv existenten Objekt geht es aber gerade nicht um einen gemeinsamen Faktor in allen  Wahrnehmungs-Inhalten, sondern um reine Objektivität ohne jede Wahrnehmung, um losgelöste, dh  absolute Eigenschaften. Die inter-subjektiven Eigenschaften sind Teil des Spektrums der Relativität.  Sie sind zwar in allen Wahrnehmungs-Inhalten zu finden, aber dort immer in relativer Ausprägung.  Sie sind keine absoluten Eigenschaften. Es gibt keine absolute Veränderung, denn jede Veränderung  kann immer nur in Bezug zu etwas anderem festgestellt werden. Veränderung ist daher relativ, womit  jeder Raum/Zeit-Inhalt relativ sein muss.  Gemeinsame Eigenschaften von Wahrnehmungs-Inhalten sind keine objektiven, sondern nur inter-subjektive Eigenschaften. Die Aussage, dass alle materiellen Objekte in der Wahrnehmung geformt, veränderlich,  dimensioniert, begrenzt, zeitlich sind, ist eine wahre Aussage über diese Objekte. Sie ist  allgemeingültig, denn sie gilt für alle sinnlichen Wahrnehmungs-Inhalte. Es darf dabei aber nicht  vergessen werden, dass es trotzdem nur eine objektive Aussage über subjektive Wahrnehmungs-  Inhalte ist. Sie sagt nichts über ein objektiv existentes Objekt aus. Die Aussage: „Träume sind bewegt,  veränderlich, flüchtig“, ist eine wahre Aussage über Träume. Sie gilt generell für alle Träume. Aber  Träume bleiben dennoch subjektive Konstrukte. Sie haben keine objektive Existenz.  Obgleich das reine Objektive nicht bestehen kann, gibt es dennoch Information objektiven  Inhalts, also wahre Information. Der objektive Inhalt von Information nimmt nicht für sich in  Anspruch, ohne jedes Subjekt zu bestehen und somit objektiv an sich zu sein. Er nimmt für sich nur in  Anspruch, objektive Information, also Wahrheit, die ex definitione für alle Subjekte des Kosmos unter  denselben Prämissen gilt, zu formulieren. Reine Objektivität ohne Bezug zum Subjekt ist irrelevant,  weil kein Subjekt davon betroffen sein kann. Sie ist reine Theorie. Objektive Information in Bezug  zum Subjekt ist aber praktisch relevant. Sie ist Wahrheit.  Es gibt keine Objektivität an sich. Es gibt nur objektive Information in Bezug auf Subjekt und Kosmos. Konklusion. Was ist also objektiv dort draußen? Antwort: Objektiv gar nichts! Weder Raum, noch Zeit, noch  Strukturen, noch Materie/Energie. Objektiv gibt es keine Sterne, Berge, Häuser, Menschen. All dies  sind subjektive Wahrnehmungs-Inhalte, die in der Außen-Welt keine objektive Grundlage besitzen  können. Das Dasein eines jeden Objekts ist von seinem Wahrgenommensein durch ein Subjekt  abhängig. Es gibt kein subjekt-unabhängiges Objekt. Ein Objekt ist an ein Subjekt ebenso gebunden,  wie ein Subjekt an ein Objekt. Subjekt und Objekt können niemals getrennt sein. Sie gehen immer  Hand in Hand. Diese Erkenntnis ist ein Stachel im wissenschaftlichen Weltbild.  Die Außen-Welt ist in ihrem Dasein von dem ihr immanenten Subjekt abhängig. Sie ist zu 100%  ein subjektives Konstrukt. Sie besitzt keine objektive Existenz. Was wird dann aber wahrgenommen?  Wenn ein Subjekt eine Welt wahrnimmt, die objektiv nicht existent ist, dann muss diese Welt eine  Vorstellungs-Welt sein. Das Subjekt kann immer nur seine eigenen Vorstellungen wahrnehmen. Die  Außen-Welt ist darum eine geistige Projektion. Diese Tatsache hat sie mit dem Traum gemeinsam.  Auch im Traum ist das Subjekt nur von seinen Vorstellungen umgeben. Auch der Traum besitzt keine  objektive Existenz. Dennoch gibt es Unterschiede. [9]  Es gibt kein Objekt ohne Subjekt. Es gibt kein Subjekt ohne Objekt. Subjekt und Objekt sind untrennbar. Das Sein eines Objekts besteht in seinem Wahrgenommen-Sein. Das Sein eines Subjekts besteht in seinem Wahrnehmend-Sein. [10] Ein objektiv existentes Objekt ist ein logisch unhaltbares Postulat. Es kann keine objektive Außen-Welt geben. Die Außen-Welt ist eine reine Vorstellungs-Welt. [11] [1] Objektivität bedeutet Positionslosigkeit. Sie ist neutral und indifferent. Objektivität nimmt nicht  Stellung. Es gibt keine Positionierung und damit keine Perspektive, da Positionierungen und  Perspektiven immer subjektiv sind. Objektivität widerspricht somit der Natur des Subjekts. Ein  Subjekt kann nicht positionslos sein, weil es für den Akt der Wahrnehmung immer positioniert sein  muss. Und damit hat es die Objektivität bereits verlassen. Schon das geringste Abweichen von  Objektivität ist Subjektivität. Es kann nur eine Objektivität geben, aber viele subjektive Perspektiven.  Objektivität bedeutet Zeitlosigkeit. Sie ist unveränderlich, weil sie nicht von relativen Positionen und  Perspektiven abhängt. Objektivität ist immer gleich. Objektivität bedeutet Losgelöstheit und damit  Absolutheit. Sie ist jenseits aller Einflüsse, Parameter, Muster, Positionen, Perspektiven und  Interpretationen. Nur ihre absolute Unabhängigkeit gewährt ihre unveränderliche Neutralität. Da das  Subjekt naturgemäß aber niemals jenseits von Positionen und Perspektiven sein kann, kann seine  Wahrnehmung nicht zeitlos sein, womit sie nicht objektiv sein kann.  [2] Es sei betont, dass es hier um die absolute Unwahrnehmbarkeit geht. Es geht nicht um eine  relative Unwahrnehmbarkeit in Folge eines unzulänglichen Sinnesapparates des Subjekts. Die  relative Unwahrnehmbarkeit liegt in den praktischen Umständen, etwa dass ein Objekt zu klein wäre,  um wahrgenommen werden zu können. Die absolute Unwahrnehmbarkeit besteht aber unter allen  Umständen bereits in der Theorie, schon im Prinzip. Kein Subjekt, egal welche Sinne und Fähigkeiten  es auch hätte, wäre zu einer Wahrnehmung eines objektiven Objekts fähig.  Materielle Existenz muss aber wahrnehmbar sein. Wahrnehmbarkeit ist die grundlegendste  Eigenschaft der Existenz. Einzigartige Quantitäten, Attribute, Charakteristika sind als positive  Eigenschaften der Existenz immanent und können prinzipiell auch wahrgenommen und beschrieben  werden. Ein Objekt ist kein Objekt, wenn es nicht wahrnehmbar sein kann. (lat. obiectus: das  Entgegenkommende) Ein Objekt, das schon prinzipiell, also unter gar keinen Umständen  wahrgenommen werden kann, kann auch nicht existent sein.  [3] Es ist vielleicht nicht auf den ersten Blick verständlich, wieso beispielsweise das messbare Gewicht  eines Gegenstandes von 50 kg keine objektive Eigenschaft sein soll. Man könnte meinen, dass 50 kg ja  nicht von einer subjektiven Perspektive abhängen. Ob man 50 kg als schwer oder als leicht einstuft,  das ist subjektiv und damit relativ. Aber ein objektives Gewicht von 50 kg hat nichts mit Relativität zu  tun. Und wenn es nichts mit Relativität zu tun hat, dann hat dieser Gegenstand eben das absolute  bzw. objektive Gewicht von 50 kg. Das ist aber ein Trugschluss.  Der Gegenstand hat nur aus einer subjektiven Perspektive 50 kg. Perspektive ist eben nicht nur  räumlich, sondern auch zeitlich zu verstehen. Das Gewicht ist abhängig vom Mess-Zeitpunkt. Bezogen  auf einen bestimmten Zeitpunkt hat der Gegenstand 50 kg. Aber alles, was bezüglich ist, ist relativ.  Dieses exakte Gewicht hatte das Objekt sicherlich nicht vor  x-Jahren – wenn es dann überhaupt  schon existiert hat. Und es wird es auch nicht mehr in x-Jahren haben – wenn es dann überhaupt  noch existieren wird. 50 kg kann also keine absolute/objektive Eigenschaft sein.  [4] Sobald etwas Positives über ein Objekt ausgesagt wird, wird es damit definiert. Durch seine  Definition wird es eingegrenzt. Wenn es eingegrenzt wird, wird es relativ. Wenn es relativ ist, ist es  nicht unabhängig. Wenn es nicht unabhängig ist, ist es nicht objektiv. Wenn es nicht objektiv ist,  dann kann es nur subjektiv sein. Über das objektive Objekt können daher keine positiven Aussagen  getroffen werden. Alle positiven Eigenschaften, also sämtliche wahrnehmbare Eigenschaften, müssen  daher vom Objekt der Wahrnehmung subtrahiert werden.  [5] Raum und Zeit sind relative/subjektive Konstrukte. Wie lange dauert eine Stunde objektiv? Es gibt  keine Möglichkeit der objektiven Bestimmung, denn sämtliche Zeitmessungen können nur über die  subjektive Wahrnehmung erfolgen. Zeit = Veränderung von Wahrnehmungs-Inhalten. Eine Stunde ist  so lange, wie die Veränderung subjektiv wahrgenommen wird. Da eine Stunde keine absolute Länge  besitzt, ist ihre Länge relativ. Das gilt für jede Zeitspanne. Da die Zeit aus vielen Spannen besteht, ist  die ganze Zeit relativ. Somit sind auch alle Zeitpunkte relativ.  Auch jede räumliche Position ist relativ, denn sie verändert sich ständig. Nichts steht still im  Universum und nimmt eine absolute/objektive Position ein. Alles dreht sich, alles bewegt sich, alles  kommt und geht. Planeten, Sonnensystem, Galaxien, Cluster, etc., alles im Universum verändert  ständig seine Position und ist damit Teil der Relativität der Existenz. Darum kann keine Position  eines Objekts objektiv/absolut, dh für alle Zeit allgemeingültig definiert sein. Jede Position ist Teil  eines Netzwerks aus sich ständig verändernden, relativen Raum-Positionen.  [6] Manche glauben: Wenn ein Objekt nicht wahrgenommen wird, bleibt nur mehr Energie übrig. In  diese objektiv existente Energie legt der Betrachter dann über einen Interpretationsvorgang die  subjektiven Eigenschaften hinein, so dass die wahrgenommene Welt entsteht. Das Subjekt würde also  objektiv existente Schwingungen in der Wahrnehmung in sinnliche Eindrücke verwandeln,  Farben,  Töne, Gerüche, Geschmäcker. Subjekte lebten in einem gemeinsamen, objektiven Ozean aus Energie,  den sie subjektiv interpretieren. Dies ist aber ein Trugschluss.  Energie und Raum sind verbunden. Energie muss eine Position im Raum einnehmen. Position ist  relativ, womit auch die Energie relativ sein muss. Wenn der Raum-Faktor von der Energie genommen  wird, verschwindet sie. Kein Raum, keine Energie. Energie und Zeit sind verbunden. Energie ist  Schwingung. Schwingung benötigt Zeit. Zeit ist relativ. Wenn der Zeit-Faktor von der Energie entfernt  wird, muss notgedrungen auch die Energie verschwinden. Der Energie wird die Zeit genommen, die  sie zum Schwingen benötigt. Keine Zeit, keine Energie.  [7] Positive/Relative Eigen-schaften sind Eigen-heiten, Merkmale, die dem Objekt zu eigen sind, die  es eigen-tümlich, eigen-artig, speziell, charakteristisch und damit unterscheidbar machen. Positive  Eigenschaften definieren ein Objekt, geben ihm eine Grenze. Jedes Objekt wird durch seine positiven  Eigenschaften wahrnehmbar. Wenn das Subjekt ein Objekt wahrnimmt, dann nimmt es immer  positive/relative Eigenschaften wahr. Wenn ein Objekt alle seine positiven Eigenschaften verliert,  verliert es damit auch seine Wahrnehmbarkeit.  Das Subjekt nimmt nur Eigenschaften in der Außen-Welt wahr, hinter welchen aber keine objektiven  Objekte existieren, die diese Eigenschaften besitzen. Materielle Objekte haben keine Eigenschaften,  sondern sie bestehen aus Eigenschaften. Wenn man fragt: Was ist es, das die Eigenschaften rund, rot,  glatt, 30 cm, 100 g, etc. hat? muss man antworten, dass nicht das Objekt diese Eigenschaften besitzt,  sondern dass das Objekt dieses Bündel aus Eigenschaften ist. Zu diesem Bündel sagt das Subjekt zB  „Ball“. Jedes Objekt besteht aus seinen Eigenschaften. Es ist ein Informations-Komplex.   Materie ist nicht das Trägermedium der Eigenschaften, denn auch Materie ist nur über Eigenschaften  definiert. Man findet nur Eigenschaften, aber nichts, das diese Eigenschaften hätte. Wenn das Subjekt  Eigenschaften wahrnimmt, dann sind diese Eigenschaften seine Eindrücke von der Welt. Da es aber  nur die Eigenschaften gibt, gibt es auch nur die Eindrücke. Die Außen-Welt ist nur der Eindruck einer  Außen-Welt. Das Subjekt hat den Eindruck, es befände sich in einer soliden, materiellen Welt. Es  erhält aber nur Informationen über Eigenschaften, die diesen Eindruck erzeugen.    [8] Die aufgezählten Eigenschaften sind bereits in dem Begriff „Wahrnehmungsinhalt“ enthalten. Es  ist eine (versteckte) Tautologie. Jedes Dreieck hat die Eigenschaft, dass es dreieckig ist. Das ist die  unveränderliche Eigenschaft eines Dreiecks. Allerdings konstituiert diese Eigenschaft das Objekt  selbst. Die Eigenschaft kann sich am Objekt nur darum niemals ändern, weil sie gerade das Objekt  definiert. Es ist keine objektive Eigenschaft, sondern nur ein Überbegriff zu der Vielzahl an  möglichen, relativen Dreiecken, der ihre Eigenschaft ex definitione beschreibt.  [9] Diese Unterschiede zeigen sich erst in den meta-physischen Konsequenzen. Die Gemeinsamkeiten  der materiellen Welt mit dem Traum bleiben durchaus bestehen. Es zeigt sich aber, dass diese  Vorstellungs-Welt kein „normaler“ Traum ist. Es liegt dieser Welt logisch arrangierte Information  zugrunde. Die Welt läuft kausal nach festgelegten Prinzipien innerhalb eines Programms ab, dessen  Funktion die Lebenserhaltung im Kosmos ist. In der II. Haupt-Schrift und deren Ausführungen  werden diese meta-physischen Konsequenzen behandelt.  [10] Es muss zwischen dem materiellen Wahrnehmungs-Inhalt und dem Bewussteins-Inhalt  unterschieden werden. Der materielle Wahrnehmungs-Inhalt, das Objekt der Außen-Welt, befindet  sich nicht im Bewusstsein, sondern in der Wahrnehmung des Bewusstseins. Der Inhalt kommt zu  Bewusstsein. Er ist eine Vor-Stellung im Geist, den das Subjekt rund um sich als geistiges Seins-Feld  ausbreitet. Das Subjekt stellt das materielle Objekt in diesem Feld vor sich hin. Der immaterielle  Bewusstseins-Inhalt ist die Information des Objekts im Bewusstsein.  Gleichnis: Das Individuum ist wie ein Projektor, der den Fokus auf eine dunkle Wand richtet und dort  eine helle Kreisfläche erschafft. Diese Fläche ist das Wahrnehmungs-Feld. Die materiellen  Wahrnehmungs-Inhalte befinden sich innerhalb dieses Seins-Feldes. Außerhalb des Feldes herrscht  absolute Finsternis. Das Feld selbst bewegt sich niemals. Bewegung findet nur innerhalb des Feldes  statt. Die projizierte Information befindet sich im Projektor. Information ist kein sinnlicher  Wahrnehmungs-Inhalt, aber sie liegt allen sinnlichen Wahrnehmungs-Inhalten zugrunde.  [11] Es wird auf Berkeley, Kant und Schopenhauer hier nicht detailliert eingegangen. Es geht nur um  3 Punkte: Hier herrscht bei allen drei Autoren unmissverständliche Klarheit: 1.  Wahrnehmungsinhalte sind zu 100% subjektiv. Sie können nichts über die objektive Beschaffenheit  eines Gegenstandes aussagen. 2. Es gibt kein Objekt ohne Subjekt. Das Objekt ist ein subjektives  Konstrukt und existiert ausschließlich in der Wahrnehmung des Subjekts. 3. Das Problem: Was bleibt  von der Außen-Welt ohne Wahrnehmung dann übrig? Kant und Schopenhauer konnten die Antwort:  nichts, nicht akzeptieren: Darum spekulierten sie:  Es gibt subjektunabhängige, objektive „Objekte“. Kant nennt sie „Dinge an sich“, Schopenhauer  postuliert den „Willen“. Sie definieren diese Postulate (logisch) negativ, womit ihnen natürlich  Eigenschaften des Absoluten zukommen: außerhalb von Raum/Zeit/Kausalitäten,  unveränderlich/ewig, unteilbar, eins, ausdehnungslos, unbedingt, transzendent. An anderen Stellen  belegen sie unzulässigerweise dieses Absolute aber mit positiven Begriffen der Welt, beschreiben sie  als Ursachen von Phänomenen, als die Sinne affizierend, als Vorgänge der Natur bestimmend, als  Streben. Außerhalb der Zeit ist aber nur Absolutes, weder Ursache noch Wirkung, keine Prozesse.  Die Postulate von Kant und Schopenhauer sind unhaltbare Versuche, das gewohnte Weltbild zu  retten. Es gibt nichts Subjektunabhängiges, weder außerhalb und schon gar nicht im Subjekt. Was  auch immer besteht, hängt in seinem Bestand vom Subjekt ab. Diese Autoren hätten  konsequenterweise zur Erkenntnis kommen müssen: Wenn ein Subjekt ein  Raum/Zeit/Materie/Energie-Objekt nicht wahrnimmt, bleibt außen nichts zurück. Es kann nur  Information in der Innen-Welt zurückbleiben. Sie ist es, die den Erscheinungen zugrunde liegt. Aber  auch dieses immaterielle Informations-Objekt ist damit kein subjektunabhängiges Objekt!   Berkeley erkannte: Esse est percipi! Dass sein Wohnzimmer aber ohne sein Wahrgenommensein  verschwunden sein soll, das konnte auch Berkeley nicht akzeptieren. Er griff zum ultimativen  Postulat: Gott hält die Welt stets materiell aufrecht. Aber dieses Postulat nützt nichts. Um die  materielle Welt wahrnehmen zu können, müsste Gott selbst zu einem Subjekt in dieser Welt werden.  Er wäre somit prinzipiell in derselben Situation wie Berkeley. Was kann er Berkeley dann aber  nützen? Gott könnte als Subjekt nicht überall sein, denn ein Subjekt ist immer positioniert. Es  befindet sich in einem selbst-reflexiven Organismus in der Welt. Gott kann hier keine Lösung sein. 
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