Über mich 1 Philosophie und Wahrheit 2 Gesetz der Logik 3 Wissen und Beweise 4 Bewusstsein 5 Subjekt und Objekt 6 Paradoxa von Zenon 7 Grenzen der Wissenschaft
I.7 Grenzen der Wissenschaft Gehirnforschung. Gehirnforschung postuliert: Aus der Außen-Welt gelangt Information über Sinnes-Rezeptoren in  das Gehirn, das diese Information über seine neuronalen Vernetzungen verarbeitet und intern einen  Eindruck der externen Welt entstehen lässt. Seine Realität besteht für das Subjekt ausschließlich aus  diesen sinnlichen Eindrücken: Bilder, Geräusche, Gerüche, Geschmäcker, Tastenempfindungen. Das  Subjekt kennt nur diese Eindrücke. Da alle diese Eindrücke interne Interpretationen des Gehirns von  der externen Welt sind, entsteht die Außen-Welt, wie das Subjekt sie kennt, im Gehirn. Seine  wahrgenommene Welt ist ein Hirn-Konstrukt, ein virtuelles Modell, eine Simulation der Realität.  Das Subjekt kann keinen objektiven Eindruck der externen Welt gewinnen, denn die Reize aus  dieser Außen-Welt treffen niemals unmittelbar auf das Gehirn. Im Gehirn ist es finster. Wenn das  Subjekt Licht wahrnimmt, dann ist das nicht reales Licht, sondern das Gehirn decodiert die von den  Repeztoren weitergeleitete Information “Licht” und simuliert intern ein virtuelles Bild von Licht. Da  alle sinnlichen Wahrnehmungs-Inhalte interne Simulationen sind, sind auch Raum und Materie  keine realen Inhalte. Das Subjekt befindet sich in einer virtuellen Welt. Es ist in der Relativität seines  Gehirns gefangen. Soweit das Postulat der Hirnforschung und seine Konsequenzen.  Dieses Postulat ist auch nahe an der Wahrheit. Es anerkennt, dass die Welt, die dem Subjekt  erscheint, eben genau das ist: eine subjektive Erscheinung. Das Subjekt lebt innerhalb seines  Konstrukts, das aus sinnlich wahrgenommenen Eindrücken besteht, die im Gehirn erzeugt werden.  Die Hirnforschung erkennt also, dass sie über eine objektive Außen-Welt nichts aussagen kann, denn  jeder Wahrnehmungsinhalt ist immer nur ein internes Konstrukt, eine virtuelle Nachahmung der  Realität. Hier kommt Wissenschaft an die philosophische Schwelle, denn jeder Hirnforscher muss  sich die Frage stellen: Aber was ist denn nun objektiv dort draußen? Was ist real?  Das Gehirn ist das „Schöpfungsorgan“, das intern Realität in Form einer virtuellen Welt simuliert. Wissenschaftliches Postulat: Von der Außen-Welt gelangt Information über Sinnesorgane ins  Gehirn. Hier beginnt aber der Trugschluss. Das Subjekt bezeichnet meist als „dort draußen“ nur die  Welt, die jenseits seiner Körpergrenze liegt. Seinen Körper, inklusive Sinnesorgane und Gehirn,  betrachtet es nicht als Außen-Welt. Es meint, die Außen-Welt beginne erst jenseits seiner Hautgrenze.  Aber wenn das Subjekt seinen materiellen Körper wahrnimmt, dann ist dieser Körper auch etwas  „dort draußen“. Der Körper gehört ebenso zur wahrnehmbaren, materiellen Welt, wie das jenseits der  Körpergrenze Liegende. Der Raum, den das Subjekt um sich wahrnimmt, ist virtueller Hirn-Raum.  Wo liegt objektiv der Unterschied zwischen dem Tisch und der Hand, die den Tisch betastet? Es  wird unterstellt, dass die Hand mehr Wirklichkeit als der Tisch besäße.  Sinnesorgane werden als  objektiv existente Instrumente betrachtet, über welche objektiv existente Impulse in ein objektiv  existentes Gehirn gelangen und erst hier die subjektive Welt erzeugen. Aber Hand und Hirn sind  ebenso materielle Objekte im Raum wie der Tisch. Alle materiellen Inhalte kommen als Objekte dem  Subjekt entgegen. Sie befinden sich auf demselben materiellen Niveau. Es sind virtuelle Konstrukte.  Der materielle Körper mitsamt seines Gehirns ist seiner Umwelt nicht übergeordnet.  [1]  Das Gehirn ist selbst ein Wahrnehmungs-Inhalt der Wissenchaft. Wie könnte es dann der Ursprung der Wahrnehmungs-Inhalte sein? Absolutes Paradoxon. Die Welt, wie sie dem Subjekt erscheint, ist nach richtiger Ansicht der Forschung ein Konstrukt  des Gehirns. Dann ist aber auch das Gehirn, das die Wissenschafter im Labor untersuchen, ein  Konstrukt des Gehirns der Wissenschafter, denn es gehört zur wahrgenommenen Welt der  Wissenschafter dazu. Dieses Gehirn muss also selbst ein subjektives Konstrukt sein, ein virtuelles  Gehirn. Hier liegt das essentielle Problem, das in ein absolutes Paradoxon führt, denn der  Konstrukteur wäre seine eigene Konstruktion. Diese Identität ist ein unlogischer Zirkelschluss, weil  kein Objekt sich selbst erschaffen kann. Die Konklusion würde als Prämisse vorausgesetzt.  Wenn die wahrgenommene Welt im Gehirn entsteht, dann können empirisch keine Schlüsse über  die Entstehung dieser Welt gezogen werden. Es führt in einen performativen Widerspruch. Es gleicht  der Aussage: „Unser objektives Untersuchungsergebnis ist, dass kein Untersuchungsergebnis objektiv  sein kann.“ Dann kann aber auch dieses Untersuchungsergebnis nicht objektiv sein. Wenn alle  subjektiven Eindrücke im Gehirn entstehen, dann entsteht auch der subjektive Eindruck eines  Gehirns im Gehirn. Dann kann dieser subjektive Eindruck aber nicht das objektive Gehirn sein, in  dem die subjektiven Eindrücke entstehen. Es würde sich sich selbst ad absurdum führen.   Die Theorie der Hirnforschung hat ein Selbstanwendungsproblem. Materielle Objekte sind Teil der virtuellen Welt. Der menschliche Körper ist ein materielles  Objekt mit materiellem Gehirn. Dieses Gehirn muss selbst Teil der Virtualität sein. In einer virtuellen  Welt kann kein Objekt einem anderen übergeordnet sein. Alle Objekte befinden sich auf derselben  horizontalen Ebene. Es werden zwar Synapsen, neuronale Netze, elektro-chemische Prozesse  wahrgenommen, aber sie alle können nicht kausal für das Zustandekommen der wahrgenommenen  Welt sein, denn diese Prozesse sind selbst Teil der Wahrnehmungsinhalte und somit subjektive  Konstrukte, virtuelle Modelle, Nachahmungen der wirklichen Prozesse.   Die wirklichen Prozesse können nicht im materiellen Gehirn stattfinden, das im Labor  untersucht wird. Dieses Gehirn kann nur analog Prozesse nachvollziehen, die in der Wirklichkeit  stattfinden müssen. Es muss darum ein Äquivalent zum materiellen Gehirn geben, ein immaterielles  „Gehirn“, eine Steuerungs- und Simulations-Einheit. Dieses Programm erscheint  in der virtuellen  Welt als materielles Gehirn. Dieses ist die materielle Entsprechung des immateriellen Programms.  Die materielle Welt entsteht also nicht im Kopf des Menschen, sondern Kopf, Mensch und materielle  Welt entstehen in einer tieferen Wirklichkeit. Dort liegt der Ursprung der  virtuellen Welt. [2]  Das materielle Gehirn kann nicht das wahre Gehirn sein. Es ist selbst Teil der internen Simulationen. Wissenschaft und Bewusstsein. Bewusstsein ist das große Rätsel der Wissenschaft. Wissenschaft wird dieses Rätsel auch niemals  lösen können. Wissenschaft arbeitet mit so genannten „objektiven“ Methoden. Sie macht  Kernspintomographien, misst Gehirnströme, zählt feuernde Neuronen, stellt aktivierte Hirnreale fest,  kurz: sie schaut dem Gehirn beim Arbeiten zu. Wissenschaft will die materielle Welt objektiv  untersuchen. Dabei muss sie das Subjektive notgedrungen ausklammern, weil dieses gerade  unwissenschaftlich ist. Die Wissenschaft will seriös sein, und Seriosität bedeutet für sie, objektive  Fakten zu liefern, allgemeingültige Beweise, die keinem subjektiven Einfluss unterliegen. [3]  Hirnforschung sucht nun objektiv nach dem Subjekt. In dieser Vorgehensweise liegt aber ein  grundlegender Widerspruch. Objektiv gibt es gar kein Subjekt. Es gibt ein Subjekt ex definitione nur  subjektiv als Wahrnehmender. Wie könnte man mit objektiven Methoden ein Subjekt finden? Etwas  Subjektives ist objektiv unauffindbar. Wenn man objektiv nach dem Subjekt sucht, dann sucht man  das Licht mit einer schwarzen Binde auf den Augen. Wissenschaft exkludiert das Subjekt aus ihren  Betrachtungen und sucht dann das Subjekt in ihren Betrachtungen. Es kann dem Subjekt  zwangsläufig nicht auf die Schliche kommen. Bewusstsein bleibt ein wissenschaftliches Rätsel.  Wissenschaft sucht „objektiv“ nach dem Subjekt. Diese Vorgehensweise ist absolut paradox. Bewusstsein entzieht sich naturgemäß jeder wissenschaftlichen Methode. Die Frage nach dem  wissenschaftlichen Subjekt gleicht der Frage: Wie hoch ist orange? Das ergibt keinen Sinn. Es sind  verschiedene Kategorien. Wissenschaft kann das Gehirn bis in seine kleinsten Bestandteile zerlegen,  es wird kein Subjekt aus ihm heraus objektiv erklären können. Es wird hier immer nur ein komplexes  Gebilde organischer Materie sein, ein Objekt. Neuronen feuern, aber wo ist das Subjekt? Wo ist das  ICH, das im Zentrum des Erlebens steht? Alles Wahrgenommene ist ein materieller Prozess aus  sukzessiven Zuständen von Objekten.  Es gibt hier kein Subjekt, kein Bewusstsein. [4]  Wissenschaft erklärt Dinge, die Teil eines horizontalen Kausal-Strangs vom Ur-Knall an sind. Sie  arbeitet mit Beziehungen von Objekten untereinander. Darum kann sie auch nur das Horizontale  erfassen, „objektiv“ existente Dinge, die gemäß wissenschaftlicher Definition entlang der universellen  Kausalitäten entstanden sind. Da ein Subjekt objektiv aber nicht vorhanden ist, kann es aus dem  materiellen Kausal-Strang heraus nicht erklärbar sein. Es besitzt keinerlei Eigenschaften, über welche  es wie ein Objekt identifizierbar wäre. Kurz: Es ist kein Objekt. Es kann daher nicht wie ein Objekt  horizontal entstanden sein. Horizontal betrachtet gibt es kein Subjekt.  Dennoch gibt es ein Subjekt. Darum muss es für das Subjekt auch eine Erklärung geben. Wenn es  keine horizontale Erklärung ist, dann muss es eine vertikale Erklärung sein. Es gibt nur diese beiden  Erklärungsmodelle, die ihre Gültigkeitsbereiche besitzen. Bewusstsein folgt vertikaler Logik.  Eine  vertikale Erklärung ist naturgemäß unwissenschaftlich, weil sie nicht den horizontalen Kausalketten  folgt, mit welchen Wissenschaft arbeitet. Horizontalität ist die Beziehung zwischen Objekt und  Objekt. Vertikalität ist die Beziehung zwischen Subjekt und Objekt. Ein holistisches Weltbild muss  beide Arten von Beziehungen inkludieren. Ein Subjekt kommt vertikal in die horizontale Welt. [5]  Es gibt keine horizontale Erklärung für das Subjekt. Bewusstsein ist wissenschaftlich nicht erfassbar. Es kann an der Basis nur nur zwei Weltbilder geben: Das horizontale Weltbild, das eine tiefere  Wirklichkeit exkludiert und das holistische Weltbild, das sie inkludiert. Wissenschaft exkludiert eine  tiefere Wirklichkeit. Sie versucht, auf horizontale Art zu erklären, was eigentlich ein vertikaler Prozess  ist. Wissenschaft findet keine Antwort auf die Frage nach der Herkunft von Bewusstsein, weil sie eine  ungültige Frage stellt: „Wie bringt Materie Bewusstsein hervor?“ Antwort: Gar nicht! Wenn am  Anfang einer Rechnung ein Fehler liegt, kann der Rest der Rechung noch so logisch sein, das Ergebnis  wird trotzdem unwahr sein. Oder es kommt zu gar keinem Ergebnis.  Das holistische Weltbild basiert auf der Erkenntnis: Die Außen-Welt ist eine Vorstellungs-Welt.  Das Subjekt rätselt darüber, wie es in diese Welt geraten ist, wie Bewusstsein in dieser Welt entstehen  kann. Bewusstsein kann aber nicht aus der Vorstellungs-Welt heraus erklärt werden, wie es  Wissenschaft versucht. Bewusstsein ist die Voraussetzung für die Vorstellungs-Welt. Ohne  Bewusstsein gibt es keine Vorstellungen. Wissenschaft setzt aber die Vorstellungen voraus und dreht  den Prozess damit um. Sie setzt die Konklusion als Prämisse. Darum kann sie aus ihrer Prämisse  keine Konklusion ziehen, woher Bewusstsein nun kommt. [6]  Das Zusammenspiel von Bewusstsein und Materie ist nur innerhalb eines holistischen Weltbildes erklärbar. Grenzen der Wissenschaft.  Unter den Begriff Wissenschaft sind Erklärungs-Systeme zu subsumieren, die an ihrer Wurzel  auf der Prämisse der subjekt-unabhängigen Existenz von Objekten basieren. Wissenschaft betrachtet  das Objekt als vom Subjekt trennbar. Das ist die Ur-Prämisse der Wissenschaft. Sie postuliert eine  objektiv existente Außen-Welt, ob als Realwissenschaften (zB Physik, Chemie, Astronomie, Biologie,  Medizin, Soziologie), oder als mit diesen verbundene Formalwissenschaften (zB Mathematik). Die  wissenschaftlichen Erklärungs-Modelle sind an der Prämisse identisch. Wissenschaft kann diese  Prämisse auch nicht aufgeben, denn sie leitet sich aus dieser Ur-Prämisse ab.   Aus dieser Ur-Prämisse folgen alle wissenschaftlichen Erklärungen. Da ein Wissenschaftler  niemals einem unwahrgenommenen Objekt begegnen wird, sind diese Erklärungen bezogen auf die  Wahrnehmungs-Inhalte durchaus schlüssig. Es werden die logischen Gesetze der Vorstellungs-Welt  beschrieben. Da diese Beschreibungen in der Praxis dieser Welt offensichtlich auch funktionieren, hat  Wissenschaft eine wichtige Funktion im Alltag. Wissenschaft wird nur dann problematisch, wenn es  um die Frage nach dem Ursprung der Außen-Welt geht, die gemeinsam mit der Frage nach der  Herkunft des Bewusstseins den heiligen Gral der Wissenschaft sucht.  Prämisse der Wissenschaft: Objekte existieren unabhängig von Subjekten.  Diese Objekte sind der Untersuchungsgegenstand. 1. Wissenschaft kann keinen Zugang zum Bewusstsein besitzen, denn das Subjekt ist kein  Wahrnehmungsinhalt. Es ist keine Größe, mit welcher Wissenschaft arbeiten könnte. Sie braucht  Objekte, positive Eigenschaften, Fakten, Zahlen, Kausal-Prozesse. Das Subjekt lässt sich aber unter  keine dieser Anforderungen subsumieren. Es ist nicht greifbar. Es fällt durch das Such-Raster. Darum  ist es in der Wissenschaft auch ausgeklammert. Wenn Wissenschaft dann aber doch nach dem  Bewusstsein fragt, bleibt ein Fragezeichen. Es müssen alle bewährten Methoden scheitern. Das  Subjekt ist geradezu das Gegenteil des Gegenstandes der Wissenschaft. Es ist kein Objekt!  2. Wissenschaft kann daher auch keinen Zugang zum Verständnis des Ursprungs der materiellen  Außen-Welt besitzen, denn das Dasein von materiellen Objekten in Raum/Zeit ist untrennbar mit  dem sie wahrnehmenden Subjekt verbunden. Wer keinen Zugang zum Subjekt besitzt, der besitzt  damit auch keinen Zugang zur Erkenntnis vom Ursprung der Außen-Welt. Wissenschaft untersucht  die Zusammenhänge von energetischen Objeken, von Vorstellungen, woher diese Vorstellungen aber  kommen, kann aus den Vorstellungen heraus naturgemäß nicht beantwortet werden. Die Frage nach  dem Ursprung der Außen-Welt kann daher keine wissenschaftliche Frage sein.  Mit den Fragen nach Bewusstsein und dem Ursprung der Außen-Welt überschreitet die Wissenschaft ihre Kompetenz-Grenze. Diese Zugangs-Mängel können der Wissenschaft aber nicht zum Vorwurf gemacht werden. Sie  untersucht ex definitione Objekte. Diese Selbst-Definition setzt der Wissenschaft aber auch ihre  Grenze. Mit der Fragestellung bezogen auf das Subjekt ist sie überfordert. Darum ist auch die Frage  nach dem Ursprung der Außen-Welt, die unmittelbar mit dem Subjekt zusammenhängt, nicht ihr  Bereich. Das wahrgenommene Objekt ist die Kompetenz-Grenze der Wissenschaft. Hinter dieser  Grenze beginnt Philosophie/Meta-Physik. Hier geht es um das schrittweise Aufdecken des  Hintergrundes der vordergründigen Prozesse. Es geht um den Gesamtkontext, das holistische Bild.  Philosophie gehört von ihrer Natur her einerseits zur Wissenschaft. Auch ihr geht es um Wissen.  Aber sie beschreitet einen anderen, einen geistigen Weg. Sie beginnt ihre Wahrheitssuche noch vor  der empirischen Wissenschaft. Philosophie ist älter und damit grundlegender. Für Philosophie ist die  Existenz einer objektiven Außen-Welt nicht zwingend die Prämisse. Ihre Prämissen sind Wissen a  priori, keine kollektiven Glaubens-Sätze. Philosophie hinterfragt die wissenschaftliche Prämisse und  steht damit außerhalb der modernen Wissenschaft. Philosophie annulliert die wissenschaftlichen  Erkenntnisse nicht notgedrungen, aber sie relativiert sie in einem größeren Kontext. [7]  Wissenschaft besitzt ihren Bereich der Gültigkeit. Philosophie stellt diesen Bereich in einen umfassenden Zusammenhang. [1] Es besteht zwischen Körper und Umwelt keine objektive Grenze, die den Körper aus seiner  Umwelt herausheben würde. Der Körper ist ein Objekt unter Objekten. Die Grenze zwischen Körper  und Umwelt ist nur subjektiv gezogen. Es befindet sich ein Subjekt in diesem Körper, das sich mit  ihm identifiziert, ihn von innen heraus wahrnimmt. Aber er bleibt ein Objekt der Wahrnehmung. Die  Haut ist zwar die Identifikations-Grenze, aber ohne diese subjektive Grenze besteht zwischen Körper  und Umwelt kein qualitativer Unterschied. Materie ist Materie.  [2] Die Postulate der Wissenschaft über das Gehirn sind unter ihrer eigenen Prämisse sicherlich  logische Postulate. Es finden offensichtlich komplexeste Prozesse im Gehirn statt, die analysierbar  sind. Dennoch fehlt die Erkenntnis, dass hier eine analoge Entsprechung untersucht wird, ein  virtuelles Gehirn. Diese Erkenntnis ist aber nur für die Wahrheits-Suche relevant. Ansonsten kann  die Wissenschaft sehr gut ohne diese Erkenntnis leben – jedenfalls, solange sie nicht nach der  Herkunft von Universum und Bewusstsein fragt …  [3] Wenn Wissenschaftler Subjektivität aus ihren empirischen Experimenten exkludieren, dann  exkludieren sie sich damit selbst, womit es gar keine Experimente geben könnte. Darum ist die  sogenannte „Objektivität“ empirischer Experimente Inter-Subjektivität bzw. Schein-Objektivität. Es  kann innerhalb sinnlicher Wahrnehmungs-Inhalte keine echte Objektivität geben. Empirische  Wissenschaften können nur inter-subjektive Aussagen treffen, also Aussagen, die allen Vorstellungen  zueigen sind.  Für eine objektive Welt sind sie nicht zuständig.  [4] Wissenschaft besitzt nur eine Theorie zur Entstehung des Selbst-Modells und des Egos. Hier  bilden Hirnforschung und Informatik eine Teilmenge. Das Ego ist aber nicht Bewusstsein. Es ist eine  programm-interne Position, die von bestimmter Information definiert wird. Das Ego ist die Idee einer  Ich-Position. Bewusstsein ist aber keine Idee, sondern dasjenige, das Ideen besitzt. Das Ego ist ein  horizontales Phänomen, ein wissenschaftlicher Faktor. Es ist ein informationelles Objekt als Teil des  Programms. Bewusstsein aber ist kein Objekt. Es ist Subjekt. Es ist Leben.  [5] Alles vertikal Entstandene entzieht sich der Wissenschaft. Es ist nicht erfassbar. Träume im Schlaf  entstehen vertikal. Sie sind subjektive Phänomene. Es ist zwar die Rem-Phase als Hirnströme von  außen erfassbar, aber der Traum selbst ist nicht unmittelbar nachweisbar, denn er besitzt keine  objektive Existenz. Er entsteht nicht horizontal, sondern er kommt unmittelbar vertikal im  Augenblick der Vorstellung ins Dasein. Auch Qualia, der subjektive Erlebnisgehalt von  Wahrnehmungen, ist wissenschaftlich nicht erfassbar, denn Qualia ensteht durch das Subjekt.  [6] Wissenschaft: „Aber wenn Hirnareale abschaltet werden, verschwindet auch Bewusstsein. Ergo  müssen diese Hirnareale kausal für die Entstehung von Bewusstsein sein.“ Das ist aber rein  horizontale Logik. Unter einer gewissen Prämisse ist es zwar wahr. Aus holistischer Sicht aber gleicht  es der Annahme, das Hirn einer Traum-Figur würde den Träumer hervorbringen. Dieses Hirn ist aber  nur ein Traum-Gehirn. Das Hirn im Menschen ist ebenso eine Projektion, die aber in  Wechselwirkung mit der ihr zugrunde liegenden Information steht. Es ist ein Programm.  [7] Philosophie ist Ur-Wissenschaft. Empirische Wissenschaft ist aus ihr entsprungen. Diese Tochter  untersucht materielle Wahrnehmungs-Inhalte und deckt Zusammenhänge auf, die in allen Inhalten  zu finden sind. Wissenschaft beschreibt die Gesetze des Universums. Aber hinter ihr befindet sich  Mutter Philosophie, die das Universum in einem sinnvollen Kontext stellt. Die empirische  Wissenschaft besitzt ihre Funktion, aber sie steht zu Nahe an der materiellen Welt, als dass sie diese  Welt umfassend beurteilen könnte. Es ist auch gar nicht ihre Aufgabe. 
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